NEOS wollen dem jährlichen Kampf um einen Gymnasium-Platz ein Ende setzen: „Der Druck auf die Kinder ist verantwortungslos!“
„In keinem anderen OECD-Land müssen sich die Kinder so früh für einen Bildungsweg entscheiden. Wenn falsche Bildungswege eingeschlagen werden, sind diese häufig nicht mehr korrigierbar. In einer Gemeinsamen Schule nach unseren Vorstellungen haben Kinder noch bis 14 Jahre Zeit, individuelle Talente zu entdecken“, zählt NEOS-Bildungssprecherin Obermüller Gründe auf, warum in Innsbruck ein Pilotprojekt für eine Gemeinsame Schule endlich realisiert werden sollte. Auch BM Christoph Wiederkehr signalisierte anlässlich eines Tirol-Besuchs Unterstützung, wenn sich Schulen in Innsbruck freiwillig zusammentun. LRin Hagele zeigte sich jedoch bisher nicht bereit, auf Schulen zuzugehen und Gespräche zu initiieren.

Auch der gesellschaftliche und inklusive Aspekt sollte laut Obermüller im Fokus stehen: „Gerade in einer Stadt braucht es die Gemeinsame Schule für die ausgewogene soziale Entfaltung der Kinder, damit unsere Gesellschaft stabil wird. Miteinander auszukommen und umzugehen kann man schließlich nur lernen, wenn alle dabei sind. Wir möchten den Kindern nicht mehr zumuten wollen, dass sie einem so starken Druck ausgesetzt werden. Wir riskieren damit, dass die Kinder die Lust am Lernen verlieren und was das à la longue für unsere Gesellschaft bedeutet, können wir uns alle ausmalen!“
Paradigmenwechsel für unser Schulsystem
„Das Schulsystem in Finnland war vor vielen Jahren in der Sackgasse. Finnland hat einen Cut gemacht und das Schulsystem neu aufgestellt; u. a. wurde auch die Gemeinsame Schule eingeführt. Es schneidet nun bei den PISA-Tests immer besonders gut ab. Wenn in allen Schulen wieder eine ausgewogene soziale Durchmischung der Schüler:innen vorherrscht, Schulen mit den erforderlichen Ressourcen ausgestattet sind und Lehrpersonen die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden, werden wir auch wieder neue Lehrpersonen gewinnen können. Wenn das alles nicht passiert, wird sich der Lehrermangel manifestieren!“, so Obermüller. „Nach der Gemeinsamen Schule hat jedes Kind immer noch die Möglichkeit, in ein Oberstufengymnasium zu wechseln, wenn es das möchte“, räumt sie mit dem weit verbreiteten Missverständnis auf, NEOS würden die Gymnasien abschaffen und alle Kinder in ein Korsett stecken wollen. „Ich fordere von LRin Hagele mehr Tempo zum Wohl der Innsbrucker Kinder!“, zeigt sich Obermüller ungeduldig.



