NEOS zu Modernisierung der Brenner-Autobahn: „Mautstellen müssen digitalisiert und alternative Trassenführungen geprüft werden“
Die Verkehrsbelastung im Wipptal und entlang der gesamten Autobahn verschärft sich von Jahr zu Jahr immer mehr. Für NEOS Tirol ist deshalb klar: Mautstelle Schönberg und die Trassenführung der A13 dürfen nicht länger als voneinander unabhängige Einzelprojekte betrachtet werden. Klubobfrau Birgit Obermüller fordert ein Gesamtkonzept „A13 Schönberg–Europabrücke 2050“, eine ergebnisoffene Prüfung alternativer Trassenführungen sowie digitale Mautstellen.

„Wir stehen entlang der Brennerautobahn vor Investitionen, die die Verkehrsinfrastruktur für die nächsten Jahrzehnte festlegen. Genau jetzt wäre der Zeitpunkt, nicht einfach den Bestand zu erneuern, sondern zu prüfen, wie wir die Bevölkerung tatsächlich und dauerhaft entlasten können“, fordert Obermüller, gemeinsam mit dem Obmann des Vereins „Lebensqualität für Schönberg“, Manfred Kerber. Die Bürgerinitiative fordert seit den 80er-Jahren eine ernsthafte Prüfung einer Tunnellösung und kritisiert, dass eine entsprechende Tunnelstudie bis heute fehlt. Gleichzeitig stellt die pinke Landessprecherin die Dimensionierung und Notwendigkeit der bestehenden Mautanlage grundsätzlich infrage. „Es kann nicht sein, dass wir die riesige Mautstelle und die „Schönbergkurve“ jeweils für weitere Jahrzehnte einzementieren und uns danach erklären lassen, eine Gesamtlösung sei leider nicht mehr möglich. Zuerst müssen wir wissen, welche Möglichkeiten wir haben und dann entscheiden.“ NEOS Tirol und Kerber fordern daher von der ASFINAG eine umfassende Varianten- und Machbarkeitsstudie für den gesamten Abschnitt Schönberg–Europabrücke.
Wie viel Mautstelle braucht es in Zukunft überhaupt noch?
Mit zunehmender Digitalisierung der Maut muss geprüft werden, ob eine großflächige Mautanlage in ihrer bisherigen Dimension noch zeitgemäß ist. Freiwerdende Flächen könnten völlig neue Möglichkeiten für Trassenführung, Lärmschutz und eine Entlastung Schönbergs eröffnen. „Eine voll digitale Maut ist aber das Mindeste für eine moderne Planung im 21. Jahrhundert. Eine solche würde zumindest die Staugefahr durch einen flüssigen Verkehrsfluss reduzieren. Wenn der jetzt geplante Neubau der Mautstelle so über die Bühne geht, dann ist diese Chance vertan“, so Obermüller.
Kann der Transitverkehr teilweise oder vollständig in den Berg verlegt werden?
Eine weitere zu untersuchende Variante wäre, die bestehende „Schönbergkurve“ nach der Kehre abzusenken und die Autobahn anschließend in einem größeren Radius in den Berg zu führen. „Damit könnte der Durchzugsverkehr stärker aus dem unmittelbaren Siedlungsbereich verschwinden. Hierzu soll die ASFINAG eine Machbarkeitsstudie durchführen und die Ergebnisse auch transparent offenlegen“, so Kerber.
Lärmschutz ist das Minimalziel:
„Unabhängig von der Digitalisierung der Mautstellen und der Prüfung von alternativen Trassenführungen fordern wir weiterhin den massiven Ausbau von Lärmschutzmaßnahmen entlang der gesamten Transitroute. Die Bevölkerung hat ein Recht auf den Schutz ihrer Gesundheit", so Obermüller.
Obermüller betont, dass NEOS damit keine fertige technische Lösung vorgeben: „Ob eine dieser Varianten technisch, geologisch und wirtschaftlich machbar ist, müssen Fachleute beurteilen. Aber bevor Milliarden in die Erneuerung des Bestandes fließen, erwarte ich mir, dass Alternativen seriös geprüft und miteinander verglichen werden.“ Dabei müsse neben Baukosten und technischer Machbarkeit insbesondere die Entlastungswirkung für die Bevölkerung ein wesentliches Entscheidungskriterium sein. „Die Menschen im Wipptal tragen seit Jahrzehnten einen enormen Teil der europäischen Transitlast. Unser Anspruch darf nicht sein, diese Belastung einfach für die nächsten 50 Jahre zu verwalten. Unser Anspruch muss sein, sie zu reduzieren“, so Obermüller. Sie fordert deshalb Landeshauptmann Anton Mattle und die Landesregierung auf, gegenüber der ASFINAG auf eine gemeinsame Gesamtplanung zu drängen: „Jetzt besteht noch die Chance das Wipptal verkehrstechnisch zukunftsfit zu machen. Wer diese Chance verstreichen lässt, darf den Menschen in zehn Jahren nicht erklären, dass für eine bessere Lösung leider alles schon verbaut wurde.“



