Obermüller: „Teilhabe ist ein gesellschaftliches Versprechen!"
"Wenn es der Landesregierung tatsächlich um einen flexibleren Einsatz von Schulassistenz ginge und nicht um schlichte Kostenersparnis, dann hätte die ÖVP die Debatte nicht mit der Behauptung eröffnen dürfen, es gebe derzeit ein Überangebot an Schulassistenz und manche Lehrpersonen würden Unterstützungsbedarf ‚erfinden', um eine Doppelbesetzung in der Klasse zu erreichen“, stellt KO Birgit Obermüller klar.

Eine Erfindung von Unterstützungsbedarf war rechtlich gar nicht möglich, da es klare und nachvollziehbare Voraussetzungen für die Gewährung von Schulassistenz gibt. Diese Entscheidung trifft nicht die einzelne Lehrperson, sondern das FIDS (Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik), angesiedelt bei den Außenstellen der Bildungsdirektion Tirol. "Wenn die Landesrätin nun behauptet, es seien hier Fehlentscheidungen getroffen worden, dann stellt sich die Frage, warum das nicht im direkten Austausch mit der Bildungsdirektion geklärt wird? Warum braucht es dafür eine Gesetzesänderung des hart erarbeiteten TTHG?“, fragt sich Obermüller.
Tatsächlich wäre eine flexiblere Handhabung mit einem einfachen Zusatz im bestehenden Gesetz möglich gewesen. Etwa durch die Klarstellung, dass es in der pädagogischen Verantwortung der Lehrperson liegt, die Schulassistenz situativ auch für Kinder einzusetzen, die selbst keinen Anspruch haben. Beispielsweise dann, wenn die Lehrperson intensiv mit einem Kind mit Unterstützungsbedarf arbeitet und die Schulassistenz vorübergehend die restliche Klasse begleitet.
Obermüller: „Wer wirklich Flexibilität will, kann sie gesetzliche präzisieren. Wer aber ein angebliches Überangebot sieht, legt offen, worum es tatsächlich geht: um Einsparungen auf dem Rücken von Kindern mit Unterstützungsbedarf!“
Das TTHG war ein mühsam erarbeiteter Meilenstein für mehr Inklusion und Planungssicherheit und für die pinke Bildungssprecherin darf es nicht zum Spielball budgetärer Interessen werden. „Teilhabe ist ein gesellschaftliches Versprechen!“, erinnert Obermüller.



