NEOS präsentieren Umfrage-Ergebnis zum Schutzstatus des Wolfes:

Bevölkerung gespalten, klare Absage an Extrempositionen! 

2. Oktober 2020

„Die Wolfspopulation wächst in Europa stetig, was bei den Menschen teilweise Begeisterung, Ablehnung aber auch Ängste hervorruft. Ohne vorbereitende Maßnahmen nehmen mit der Zunahme der Wolfsbestände auch die Konflikte zu“, leitet NEOS-Landtagsabgeordneter Andreas Leitgeb das heutige Pressegespräch ein: „Wir NEOS sehen es deshalb als unsere Aufgabe, den vernünftigen Weg der Mitte mit Verantwortung zu gehen. Die Tiroler Landesregierung ist dazu offenbar nicht fähig.“

Nachdem, so Leitgeb weiter, „die Tiroler Landesregierung offenbar nicht willens ist das Problem anzupacken und die Bevölkerung in dieser so wichtigen Frage mit einzubinden, haben wir über das IMAD- Marktforschungsinstitut diese brennende Frage abgefragt und präsentierten nun das Ergebnis (Siehe Anhang)

Umfassendes Wolfsmanagement und Information der Bevölkerung als einziger Ausweg

Binnen 2 Wochen wurden 510 Befragte über 16 Jahre online und telefonisch befragt, ob sie persönlich für die Herabsetzung/Aufhebung des Schutzes für den Wolf seien. Die Ergebnisse der Befragung würden nun genau das widerspiegeln, worauf die NEOS vor Monaten hingewiesen hatten, zeigt der pinke Landtagsabgeordnete auf: „Die Bevölkerung ist gespalten. Während sich 48% dafür aussprechen, sind 50% dagegen. Einmal mehr ein deutliches Zeichen, dass man nur mit einem umfassenden Wolfsmanagement und Informationen diesen Extrempositionen begegnen kann!“ Das hat zur Folge, dass sich die Diskussion beim Wolfsmanagement schnell um das Thema Abschuss dreht. Die Frage, ob wir NEOS für oder gegen den Abschuss sind, würde sich gar nicht stellen, wenn unsere Forderungen erfüllt würden und ein funktionierendes Wolfsmanagement bestünde.

NEOS fordern von der Landesregierung: „Gemeinsames Auftreten in Brüssel“

Für NEOS ist klar, dass eine Betrachtung der Wolfspopulation auf nationaler Ebene nicht sinnvoll ist. „Nur, wenn geschlossen an die EU herangetreten und argumentiert wird, kann ein nachhaltiger Umgang und eine gesamteuropäische Lösung beim Wolf verfolgt werden.“, argumentiert Andreas Leitgeb. Statt dringendem Zusammenhalt auf allen Ebenen, würde sich aber das Versagen der Regierungsparteien zeigen: „Der Wolf wird im Bund mit einer heißen Kartoffel verwechselt, man drückt sich vor der Verantwortung und Zuständigkeit.“

Dass nun auch noch die VP-EU-Abgeordnete Barbara Thaler plakativ behauptet, sich dem Thema in der EU angenommen zu haben, setze dem ganzen noch die Krone auf, kann Andreas Leitgeb nur den Kopf schütteln: „In einer bezahlten Anzeige der ÖVP behauptet sie doch tatsächlich sich in Brüssel Problemen – wie eben dem Wolf – anzunehmen, die die ÖVP in über 70 Jahren quasi Alleinregierung in Tirol NICHT gelöst hat.“           

NEOS Forderungen im Landtag

Bereits vor dem Sommer haben die Tiroler NEOS ihre Forderungen an die Landesregierung gestellt:

1. Umfassende Informationskampagne

Die Bevölkerung muss sachlich, umfassend und unvoreingenommen informiert werden. Es braucht eine gemeinsame Basis um überhaupt eine weiterführende Diskussion zu ermöglichen. Erfahrungsberichte könnten helfen, etwaige Ängste zu nehmen.

„Vor dem Sommer wurde der Antrag von schwarz-grün nicht als dringlich erachtet. Im gestrigen Landwirtschafts-Ausschuss hat man ihn dann auch noch ausgesetzt, um – welch Überraschung – einen weiteren Bericht einzuholen“, ist Andreas Leitgeb enttäuscht über dieses Vorgehen: „Das Motto der Landesregierung ist es wohl, lieber nicht die Finger verbrennen und das unbequeme Thema weiter auf die lange Bank schieben!“

Man habe bereits den Sommer verschenkt und frühzeitige Almabtriebe in Kauf genommen, fasst der NEOS-Landtagsabgeordnete zusammen: Und auch jetzt scheint eine Lösung in weiter Ferne.“

2. Wolfsmanagement

Die Alm-Bauern werden um Herdenschutz – dort wo möglich und umsetzbar - nicht umhinkommen. Auch hier braucht es dringende Unterstützung, etwa durch sogenannte „Wolfs-Berater“, die über ein breites Wissen verfügen, etwa der Wildbiologie kundig sind. Diese Expert_innen könnten auch beim Ansuchen um Förderungen für die Maßnahmen behilflich sein, denn die EU trägt zumindest die Erst-Investitionskosten zur Gänze.

Es würde jetzt, so Andreas Leitgeb abschließend an der Landesregierung liegen, die Zügel endlich in die Hand zu nehmen: „Extrempositionen wie sie auch unser Umfrageergebnis zeigt, schüren weiter nur Angst und Unsicherheit! Es ist Zeit, den vernünftigen Weg der Mitte mit Verantwortung zu gehen, wie wir NEOS ihn bereits mehrfach vorgeschlagen haben.“ (ER)

Foto: © NEOS / Abdruck honorarfrei