NEOS

Arbeitskräftemangel im Tourismus ist hausgemacht und wird in Tirol nach der Corona-Krise weiter zunehmen

4. Januar 2021

NEOS Tirol fühlt sich durch Bundesrechnungshof zum Tourismus inhaltlich voll bestätigt. Oberhofer: Landeshauptmann Platter muss zur Kenntnis nehmen, dass der Arbeitskräftemangel im Tourismus hausgemacht ist und endlich an Lösungen arbeiten.“

„Die Tourismusmitarbeiter_innen wurden in den letzten Monaten von der Bundes- und Landesregierung komplett im Stich gelassen, viele von ihnen haben deswegen der Branchen den Rücken gekehrt,“ so NEOS Klubobmann Dominik Oberhofer. Die NEOS sehen sich im heute veröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofes zum Bedarf an Fachkräften im Tourismus bestätigt. Ein wesentliches Problem stellt die Saisonsbeschäftigung dar, denn „wenn Mitarbeiter_innen nur 8 bis 10 Monate beschäftig sind und das restliche Jahr stempeln gehen müssen, dann führt das unweigerlich zu unattraktiven Beschäftigungsbedingungen,“ so Oberhofer. Die NEOS fordern für den Tourismus schon seit Jahre das sogenannten 10+2 Beschäftigunsprogramm, das es in der Bauwirtschaft schon gibt. Das Programm sieht eine Unterstützung für Saisonsbetriebe vor, die ihre Mitarbeiter_innen zehn Monate im Jahr beschäftigen. Statt die Belegschaft die restlichen zwei Monate arbeitslos zu melden, übernimmt der Betrieb die Lohnkosten und das Land Tirol für diese zwei Monate die Sozialabgaben und Steuern. 

Bundesrechnungshof: Rot-weiß-Rot-Karte und Saisonsbeschäftigungsbewilligungen sind praxisfern

Ein eindeutiges Urteil fällt der BHR auch zur rot-weiß-rot-Karte und den Saisonsbeschäftigungsbewilligungen, welche keinen wesentlichen Beitrag zur Lösung beitragen. „Viel zu kompliziert und praxisfern, das urteilt jetzt auch der Bundesrechnungshof. Wir fordern mit Anträgen im Landtag und Nationalrat schon seit Jahren diese verfahrene Beschäftigungspolitik abzudrehen. Wir brauchen eine Liberalisierung, denn es ist Fakt, dass die Beschäftigung im Tourismus mittlerweile nur durch ausländische Arbeitskräfte gewährleistet werden kann. Davor kann man die Augen nicht länger verschließen. Schon jetzt beträgt der Anteil 55% in Tirol und dieser Wert wird weiter steigen, da auch die geburtenstarken Jahrgänge fehlen und durch ständige Service- und Qualitätsverbesserungen der Bedarf an Arbeitskräften gestiegen ist.

Oberhofer fordert Landeshauptmann Platter auf, hier endlich aktiv zu werden: „Die Branche braucht nicht Millionenförderungen für neue Projekte, sondern endlich transparente und unbürokratische Rahmenbedingungen, um zu arbeiten.“