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Obermüller: „Wer die sechsjährige Volksschule vorschnell ablehnt, übersieht die Chancen für Tirol!“

NEOS-Klubobfrau kritisiert LRin Hageles Absage an die sechsjährige Volksschule und fordert einen Blick auf Bildungsforschung als auch sinkende Schülerzahlen und kleine Schulstandorte.

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„Die sechsjährige Volksschule abzulehnen, noch bevor sie erprobt wird, ist ein Zeichen mangelnder Weitsicht“, reagiert NEOS-Klubobfrau Birgit Obermüller auf die Aussagen von Bildungslandesrätin Cornelia Hagele. „Die frühe Trennung unserer Kinder mit zehn Jahren wird seit Langem kritisch diskutiert. Eine Bildungslandesrätin sollte sich mit den Erkenntnissen der Bildungsforschung und einem konkreten Schulversuch auseinandersetzen, statt die Debatte sofort abzuwürgen. Die Heilige Dreifaltigkeit der ÖVP kommt hier wieder zum Vorschein: Das haben wir noch nie so gemacht. Wie soll das gehen? Wo kommen wir denn da hin?“

Hageles Argument, dafür müssten Volksschulgebäude ausgebaut werden, lässt Obermüller nicht gelten: „Die fünfte und sechste Schulstufe kann im Rahmen einer Zusammenarbeit auch an einer Mittelschule oder in einem Gymnasium stattfinden. Das Konzept setzt gerade auf die Kooperation bestehender Schulen. Es schaut so aus, als ob sich Hagele überhaupt nicht angeschaut hat, wie der Vorschlag tatsächlich umgesetzt werden kann.“ Der angekündigte Schulversuch sieht eine enge Kooperation mit Mittelschulen und AHS-Unterstufen vor. Auch die demografische Entwicklung müsse in die Diskussion einfließen. Laut Schulbesuchsprognose der Statistik Austria wird die Zahl der Volksschülerinnen und Volksschüler in Tirol von rund 31.300 im Schuljahr 2025/26 auf rund 28.300 im Schuljahr 2032/33 sinken. „Gerade für kleine Schulen kann eine längere gemeinsame Schulzeit eine Chance sein, Standorte zu erhalten. Ob und wo das funktioniert, muss man vor Ort prüfen. Aber diese Möglichkeit zu ignorieren, wäre fahrlässig“, so Obermüller.

Für befremdlich hält Obermüller auch Hageles Forderung nach einer gesicherten Finanzierung der Kinderbetreuung und der Schulassistenz durch den Bund: „Über die Finanzierung muss selbstverständlich gesprochen werden. LH Mattle zeigte im Rahmen seines Vorsitzes der Landeshauptleutekonferenz allerdings wenig Bereitschaft, Bildungsagenden an den Bund abzugeben. Der Bund sollte zahlen, aber der Landeshauptmann wollte weiter über das Personal bestimmen. Das Angebot von Christoph Wiederkehr steht nach wie vor, das gesamte Bildungspersonal mit Bundesmittel zu finanzieren. "Ich frage mich schon auch, warum LRin Hagele diese Forderung nicht schon an den früheren ÖVP-Bildungsminister Polaschek gerichtet hat. Wenn der Minister von NEOS kommt, entdeckt die ÖVP plötzlich ihre Kritik an der Finanzierung“, so die pinke Bildungssprecherin.

Obermüller abschließend: „Die festgefahrene Debatte über die gemeinsame Schule bis 14 darf kein Grund sein, jede andere Reformidee zu blockieren. Die sechsjährige Volksschule ist keine billige Ersatzlösung, sondern ein eigenständiger pädagogischer Ansatz. Kinder hätten mehr Zeit, ihre Fähigkeiten im gewohnten Klassenverband zu entwickeln, bevor über ihren weiteren Bildungsweg entschieden wird. Ob das Modell hält, was es verspricht, wird wissenschaftlich begleitet. Dafür sind Schulversuche ja da! Wir NEOS lassen aber nicht locker und bringen das Thema in Form der Aktuellen Stunde nächste Woche unter dem Titel „Mut zu Reformen in der Bildung: neue Schulmodelle statt früher Auslese und ideologischer Scheuklappen“  in den Landtag.“

Dass LRin Hagele auch bei den Schulassistenzstunden derzeit keine verlässlichen Antworten für Schulen und Familien liefert, macht ihre vorschnelle Absage des Schulversuchs für Obermüller umso ärgerlicher: „Tirol braucht eine Bildungslandesrätin, die Probleme aus der Schulpraxis kennt und neue Lösungen ernsthaft prüft.“

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