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Rekordminus von 135,5 Mio Euro bei ÖBB Cargo lässt bei Oberhofer Alarmglocken schrillen

Strukturelle Hürden bremsen die Verlagerung – der Bund ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu reformieren.

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Der Güterverkehr entwickelt sich in die falsche Richtung: Während die Belastung auf der Straße steigt, verliert die Schiene weiter an Boden. Für NEOS-Verkehrssprecher Dominik Oberhofer ist das kein Zufall, sondern Ergebnis politischer Versäumnisse der vergangenen Jahre: „Wenn die Schiene immer unattraktiver wird, dürfen wir uns nicht wundern, wenn mehr Verkehr auf die Straße ausweicht. Genau das passiert gerade – und das ist das Resultat jahrelanger Fehlentwicklungen.“

Die aktuellen Zahlen unterstreichen diese Entwicklung deutlich: Die ÖBB Rail Cargo verzeichnet für 2025 einen Verlust von 135,5 Millionen Euro – nach 24,5 Millionen Euro im Jahr davor. Für den pinken Verkehrssprecher ist klar, dass es sich nicht um kurzfristige Schwankungen handelt, sondern um ein strukturelles Problem. Diese Verlustexplosion ist in dieser Form budgetär nicht mehr darstellbar und gefährdet die notwendige Verlagerung auf die Schiene massiv.

 

Strukturelle Hürden statt funktionierender Markt

Die Ursachen sieht Oberhofer vor allem in überholten gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer fragmentierten europäischen Struktur. Noch immer führen nationale Regelungen dazu, dass an Grenzbahnhöfen Lokomotiven und Personal getauscht werden müssen, während sich nationale Flotten gegenseitig blockieren und damit Effizienz systematisch verhindert wird. Oberhofer sieht darin ein grundlegendes politisches Problem: „Wir haben im Jahr 2026 ein System, das an den Grenzen stehen bleibt. Das ist kein technisches Problem, sondern ein politisches. Die Politik ist gefordert, gemeinsam mit unseren europäischen Partnern endlich einheitliche Standards durchzusetzen und diese Blockaden zu beenden – wir brauchen ein Schienen-Europa statt nationaler Insellösungen.“

Gerade im sensiblen Alpenraum wie Tirol hat das unmittelbare Auswirkungen: Mehr Verkehr auf der Straße bedeutet mehr Belastung für Bevölkerung und Umwelt – bei gleichzeitig ungenutzten Kapazitäten auf der Schiene.

 

Reformen statt Förderlogik

Heute werden bereits rund 53 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene von privaten Anbietern abgewickelt – Wettbewerb ist also längst Realität. Oberhofer fordert daher klare strukturelle Reformen in den Rahmenbedingungen: „Der Schienengüterverkehr muss nicht hochsubventioniert sein, wenn wir die gesetzlichen Hürden abbauen. Weniger Bürokratie, einheitliche Regeln und digitale Prozesse sind die entscheidenden Hebel, um die Schiene wieder wettbewerbsfähig zu machen.“

 

Rollende Landstraße absichern

Besonders kritisch sieht der Tiroler Abgeordnete die Situation der rollenden Landstraße in Tirol. Sie ist ein zentrales Instrument, um den Transitverkehr zu reduzieren und gleichzeitig europarechtlich abzusichern. Daher warnt Oberhofer klar: „Wenn wir hier nicht gegensteuern, könnte dieses Minus auch das Aus für die rollende Landstraße bedeuten. Ich fordere ein klares Commitment des Bundes, dass an der rollenden Landstraße nicht gerüttelt wird – sie ist zentral, um die Tiroler Verkehrsbeschränkungen auch vor dem Europäischen Gerichtshof abzusichern.“

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