
NEOS Tirol zu Impfstoffengpässen: „Gratisimpfungen müssen auch tatsächlich verfügbar sein!“
„Dass Urlaubsgäste angesichts hoher Nächtigungsabgaben auch Leistungen erhalten, die sie ohne zusätzliche Kosten nutzen können, ist nachvollziehbar und legitim. Gerade inkludierte Öffi-Angebote sind sinnvoll, weil sie dazu beitragen können, den Autoverkehr in unseren Tourismusregionen zu reduzieren“, betont Obermüller. „Diese Angebote sind allerdings nicht kostenlos, sie werden mitfinanziert mit der Nächtigungsabgabe.“

Problematisch werde es, wenn die Preisunterschiede jedes vernünftige Maß verlieren: „Wenn Einheimische zehn Euro fürs Parken auf dem Weg zu einer Alm bezahlen müssen, während Gäste mit ihrer Gästekarte gratis parken, sorgt das verständlicherweise für Unmut. Solche Unterschiede stärken die positive Einstellung der Tiroler Bevölkerung zum Tourismus sicher nicht. Wer vor Ort lebt und die Belastungen des Tourismus das ganze Jahr über mitträgt, muss sich auch faire Freizeitangebote leisten können.“
Dass Landeshauptmann Anton Mattle bei den Einheimischentarifen bislang keine tragfähige Lösung liefere, sei umso verwunderlicher: „Wenn es darum geht, gegen Vorgaben aus Wien oder Brüssel zu wettern, findet der Landeshauptmann sonst deutliche Worte. Bei fairen Angeboten für die eigene Bevölkerung erwarten wir denselben Einsatz und vor allem Ergebnisse. Mattle muss endlich aufzeigen, welche rechtlich tragfähigen Möglichkeiten bestehen, und deren Umsetzung vorantreiben.“
Für Obermüller zeigt die Debatte zudem ein grundsätzliches Problem: „Tirol braucht weniger Finanzierungsmodelle durch die Hintertür und mehr Transparenz. Wenn über die Nächtigungsabgabe Mobilität und Freizeitangebote finanziert werden, muss nachvollziehbar sein, wie viel Geld wohin fließt, wer davon profitiert und wie die Preise zustande kommen. Ein Gratis-Etikett ersetzt keine ehrliche Finanzierungsdebatte. Unser Anspruch muss sein, attraktive Gästeangebote und faire Bedingungen für Einheimische miteinander zu verbinden.“