
Obermüller: „Gästeangebote sind legitim. Aber wer die Akzeptanz des Tourismus erhalten will, muss auch die heimische Bevölkerung im Blick haben.“
Obermüller fordert transparente Bestellmengen, verlässliche Lieferinformationen und einen Versorgungsüberblick für Tirol.

Nach den Engpässen beim Gürtelrose-Impfstoff sorgen nun auch Lieferverzögerungen bei der Grippeimpfung für Verunsicherung. Auch Dr. Marc-André Leitgeb-Mayer, praktischer Hausarzt und Mitglied im Landesvorstand von NEOS Tirol, berichtet, dass Arztpraxen auf weiteren Nachschub warten müssen. „Wir wollen, dass sich Menschen durch Impfungen schützen. Dann müssen wir ihnen auch einen verlässlichen Zugang ermöglichen. Ein Gratisangebot verliert an Glaubwürdigkeit, wenn Impfwillige immer wieder vertröstet werden“, kritisiert der Mediziner.
Die Lieferprobleme beim Grippeimpfstoff Influvac Tri betreffen ganz Europa. Andere Präparate für Kinder und Jugendliche sowie für Menschen ab 60 Jahren werden laut veröffentlichten Informationen weiterhin ausgeliefert. „Gerade deshalb brauchen Praxen und Bevölkerung klare Auskünfte: Welcher Impfstoff ist für wen verfügbar, welche Mengen kommen nach Tirol und wann erreichen sie tatsächlich die Ordinationen?“, so die pinke Landeschefin.
Obermüller fordert vom Gesundheitsministerium Transparenz über Bestellmengen, Lieferzusagen und die Kriterien der Verteilung: „Ob allein Lieferprobleme verantwortlich sind oder auch die Bedarfsplanung und begrenzte Kontingente eine Rolle spielen, muss nachvollziehbar offengelegt werden. Die Menschen haben Anspruch auf Antworten.“
Auch Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele müsse gemeinsam mit der ÖGK einen aktuellen Überblick über die Versorgung in Tirol sicherstellen und verfügbare Impfangebote verständlich kommunizieren. „Ärztinnen und Ärzte dürfen mit abgesagten Terminen und dem verständlichen Ärger ihrer Patientinnen und Patienten nicht allein gelassen werden. Eine Grippeimpfung im November liegt noch im empfohlenen Zeitfenster. Das ist jedoch kein Grund, ungewisse Liefertermine hinzunehmen: Wir sollten jede vorhandene Impfbereitschaft nutzen. Wer vorsorgen will, braucht Zugang und Planungssicherheit. Gratis auf dem Papier reicht nicht“, so Obermüller.