Manche Schulen gehen jetzt schon leer aus und können gar keinen Schwimmunterricht mehr organisieren oder nur mehr die Hälfte der bisherigen Schwimmeinheiten. „Die Stimmen, die sagen, dass Eltern Verantwortung übernehmen müssen und ihren Kindern selbst das Schwimmen beibringen sollen, wissen vielleicht nicht, dass viele Eltern das selbst nicht können oder viele einfach keine Zeit dafür haben bzw. sich die Zeit dafür nicht nehmen. Nicht ohne Grund ist der Schwimmunterricht im österreichischen Lehrplan verankert“, so Obermüller. Aus diesem Grund appelliert sie an die Tiroler Landesregierung, flexibler zu denken und den Bädertopf nicht als etwas in Stein Gemeißeltes zu sehen. Für sie wurden Schwimmlernbecken bislang noch zu wenig berücksichtigt in der gesamten Bäderstrategie.
Schwimmlernbecken und Freischwimmbäder
„Das Problem mit den Schwimmbädern in Tirol hat sich schleichend entwickelt. Vorgängerregierungen haben zu lange weggeschaut und nun wissen wir nicht mehr, wie wir mit dem Investitionsstau umgehen sollen. Auch eine zehnprozentige Erhöhung der Landesförderungen für Neubauten wird es nicht richten können für Gemeinden“, ist sich Obermüller sicher. Sie weist auf Entwicklungen in einigen Nachbarländern hin: „Wenn Schulen oder Kindergärten neu gebaut werden, wird dort auch gleich ein Schwimmlernbecken errichtet. Vielleicht ist diese Variante für manche Gemeinden leistbarer und die Zukunft für das Schulschwimmen. Sie benötigen weniger Platz, geringere Wassertiefe, einfachere Technik und weniger Personal. Für die grundlegende Wassergewöhnung und das Erlernen der ersten Schwimmtechniken reichen sie aus. Weite Anfahrtswege für Kindergärten und Schulen fallen oft weg. Da Schwimmlernbecken nicht automatisch die Freude am Schwimmen wecken, braucht es allerdings zusätzlich auch ein entsprechendes Angebot an Freischwimmbädern.“