Tiroler NEOS schlagen Alarm

Schulärztliche Untersuchungen müssen auch in Pandemie-Zeiten überall stattfinden

12. März 2021

Laut österreichischem Schulunterrichtsgesetz, sind Schülerinnen und Schüler verpflichtet, sich einmal im Schuljahr einer schulärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Aufgrund eines massiven Mangels an Schulärzt_innen ist dies allerdings nicht überall möglich.

Für die Tiroler NEOS ein Zustand der „unverzüglich geändert werden muss“, schlägt NEOS-Klubchef Dominik Oberhofer Alarm: „Wir weisen bereits seit Jahren auf den Mangel an Schulärzt_innen hin. Obwohl die Anzahl an Schüler_innen steigt, geht die Anzahl der Schulärzt_innen zurück. Das ist alarmierend, besonders in Zeiten einer Pandemie.“

Es sei traurige Tatsache, dass an allen Tiroler Pflichtschulen ohne Schulärzt_innen zu Beginn des aktuellen Schuljahres 2020/21 sowohl die körperlichen Schulreifeüberprüfungen als auch die jährlichen Reihenuntersuchungen nicht stattgefunden hätten, weiß Oberhofer: „Es ist zu befürchten, dass auch zahlreiche körperliche Schulreifeüberprüfungen für das kommende Schuljahr 2021/22 aufgrund des Mangels an Schulärzt_innen entfallen werden.“ Dabei handle es sich aber um Routineuntersuchungen, die für viele Kinder – vor allem aus bildungsfernen Familien – die einzige Gesundheitskontrolle darstellen würden, warnt der pinke Bildungssprecher.

Die NEOS wollen mittels dringlichem Antrag in der kommenden Landtagssitzung diesem Missstand endlich ein Ende bereiten: „Die Landesregierung muss garantieren, dass noch im laufenden Schuljahr an allen Tiroler Pflichtschulen die vorgeschriebenen schulärztlichen Untersuchungen, sowie die körperlichen Schulreifeüberprüfungen für das kommende Schuljahr 2021/22 durchgeführt werden.“

Darüber hinaus soll eine Anfrage der NEOS an den Gesundheitslandesrat unter anderem klären,

a)      mit welchen konkreten Maßnahmen dem massiven Mangel an Schulärzt_innen begegnet wird und

b)     mit welchem Maßnahmen die Gemeinden, die als Schulerhalter im eigenen Wirkungsbereich für die Beistellung von Schulärzt_innen zuständig sind, unterstützt werden.

Der Mangel an ärztlichem Personal an den Schulen sei aus vielerlei Gründen fatal, so Oberhofer abschließend: „Neben der physischen Gesundheit, spielen Schulärzt_innen auch eine große Rolle in Sachen psychischer Gesundheit der Kinder: Mobbing oder Gewalt ist auch in Tirol ein großes Thema. Expert_innen befürchten aufgrund der Corona-Pandemie einen Anstieg der körperlichen und sexuellen Gewalt. Ohne die schulärztlichen Untersuchungen bleiben auch mögliche Spuren von Misshandlungen meist unentdeckt.“ (ER)