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Tirol ist leider noch kein Fahrradland

Dominik Oberhofer: „Fahrrad-WM positioniert Tirol erfolgreich als Bike-Destination. Grüne Politik versagte in Innsbruck und Tirol auf vielen Wegen.“

Der Inntalradweg führt 230 km durch Tirol, ist ein Herzstück des Tourismus und wichtiger Verkehrsweg für Pendler. Sein Zustand lässt jedoch zu wünschen übrig. Innsbruck ist immer noch weit weg von einer Fahrradmetropole wie Amsterdam oder Utrecht. „Trotz der Fahrrad-WM und trotz grüner Politik passiert zu wenig für Radfahrer“, betont KO LA Dominik Oberhofer. Der NEOS Landtagsklub stellt daher eine Anfrage im Oktoberlandtag: „Wir müssen die Fahrradwege in Tirol und Innsbruck jetzt ausbauen.“

Inntalradweg ist Zumutung

„Statt einen Radweg zu schaffen, wurde ein Radweg über bestehende Wege drüber gelegt“, erklärt Oberhofer seine Beweggründe für die Anfrage im Landtag und schildert den dringenden Sanierungs- und Ausbaubedarf des Inntalradweges wie folgt: „Der Inntalradweg ist schlecht beschildert, durchgängige Bodenmarkierungen oder E-Bike-Ladestationen gibt es keine, Sicherheitsmaßnahmen sind ausbaufähig.“ Im Jahr 2015 wurde jedoch eine Bestandserhebung über den Inntalradweg durch das Land Tirol durchgeführt. Daraufhin sind 2016 für die Attraktivierung des Inntalradwegs 1 Mio. Euro an Fördermitteln von der Landesregierung zur Verfügung gestellt worden. „Dieses Geld scheint wohl nicht in den Inntalradweg geflossen zu sein“, wundert sich Oberhofer über den schlechten Gesamtzustand.

Grünes Versagen in Fahrradpolitik

Aus Sicht des NEOS Landtagsklubs scheitern die Tiroler und Innsbrucker Grünen in Sachen Fahrradpolitik: „Fahrradpolitik sieht für mich anders aus“, sagt Oberhofer. „Es gibt kein Konzept für ganz Tirol, für Pendler und den Tourismus. In Innsbruck hat sich mit den Grünen in der Stadtregierung für Radfahrer wenig bis gar nichts bewegt. Fahrradpolitisch sind wir immer noch in der Steinzeit.“ Beispielsweise ist es schwer, vom Ausbildungszentrum West (AZW) mit dem Fahrrad sicher ins DEZ zu fahren. Statt das Fahrrad noch attraktiver zu machen, wird das Auto aus der Stadt durch unattraktive Parkplatzregelungen zu verbannen versucht. „Die Fahrradinfrastruktur wurde aber als Alternative zum Auto weder in der Stadt noch in Tirol zufriedenstellend ausgebaut!“

NEOS fordern daher

Dank der positiven Stimmung gegenüber dem Fahrrad, nicht zuletzt aufgrund des Rückenwinds der Rad-WM, haben wir jetzt Grund genug endlich zu handeln.

  1. Das Fahrradwegnetz in Tirol muss Landessache werden: Viele Gemeinden sind nicht nur finanziell mit der jetzigen Situation überfordert. Nur wenn es Landessache ist, ist außerdem Einheitlichkeit gewährleistet.
  2. Interessen von Tourismus und Pendlern bündeln: Verantwortliche Organisation müsste die neue Tirol Holding 4.0 sein.
  3. E-Bike-Infrastruktur: Diese verlangt Ladestationen entlang der Radwege, aber vor allem auch breitere Radwege.
  4. Durchgehender Asphalt: Ein Schottwerg mag zwar für Mountainbiker interessant sein, der Inntalradweg muss jedoch durchgehend asphaltiert sein, damit er von Pendlern (Alltagsradfahrern) und Rennradfahrern sicher genutzt werden kann.