Wirtschaft

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Herausforderungen

 

Im Industriezeitalter war Tirol ein inneres Peripherieland, das sich vor allem durch den intensiven Ausbau der touristischen Möglichkeiten einen Namen machte.

 

In verschiedenen Branchen hat Tirol aber gezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, erfolgreiche Unternehmen zu gründen und zu Weltgeltung zu bringen.

Auch ist Innsbruck eine der größten Universitätsstädte im deutschsprachigen Raum.

 

Dennoch stehen wir im Jahr 2017 da und müssen feststellen, dass wir zwar eine der höchsten Lebenshaltungskosten, aber gleichzeitig eines der niedrigsten Durchschnittseinkommen Österreichs haben.

 

 

Visionen

 

Rund um das Ziel, einen erfolgreichen Wirtschaftsraum Tirol zu erschaffen, wird ein Leitbild erarbeitet, das „Alpenhub Tirol“ genannt werden kann.

Dabei dürfen wir auch vor traditionellen heiligen Kühen nicht Halt machen.

 

Im vernetzten Dienstleistungszeitalter ist die innere Randlage obsolet und wird im Gegenteil, zum Hub zwischen großen traditionellen Wirtschaftsräumen.

Tirol hat die Chance, die durch den Tourismus erworbenen Sprachkenntnisse beziehungsweise durch den Tourismus erworbenen Netzwerke Menschen mit internationalem Hintergrund anzuziehen.

 

Folgende Punkte entscheiden unsere Zukunft maßgeblich mit:

  • Nachhaltiges Gründen  durch schlankes Verfahren und liberalere Regulierungen ermöglichen
  • Unternehmerfreundliches Umfeld schaffen statt Förderabhängigkeit
  • Tirol ganz bewusst für ein internationales Umfeld öffnen
  • Destruktive Strukturen und Regulierungen zurückdrängen.
  • Vereinbarkeit von Familie und unternehmerisches Engagement ermöglichen
  • Weitere Verbesserung der innertirolischen Mobilität durch öffentliche Verkehrsmittel
  • Landesweiter Ausbau von attraktiven und kostengünstigen Kinderbetreuungseinrichtungen

 

Leitlinien und Maßnahmen

 

Daraus ergeben sich in einem ersten Schritt folgende konkreten Maßnahmen, die im Land selbst initiiert und durchgeführt werden können:

 

Nachhaltig Gründen

 

Unternehmer_in werden: Unternehmer werden und sein muss für die besten Köpfe attraktiver werden. Neben den Ideen, die von Universitäten kommen, braucht es erfahrene Gründer, private Initiativen und Netzwerke zur Unterstützung jener, die künftig Wertschöpfung und Beschäftigung im Land schaffen.

  • Gewerbeordnung entrümpeln (eigentlich ein bundespolitisches Thema, aber aus Gründen der Vollständigkeit erwähnt)
    • Die Gewerbeordnung stellt sich sowohl vom Design als auch bei der Umsetzung als echter Hemmschuh für unternehmerisches Handeln dar. Sie muss deshalb von Grund auf neu geschrieben werden. Es muss einen wesentlichen, nachvollziehbaren Grund geben, warum eine unternehmerische Tätigkeit staatlich reguliert werden soll, nicht umgekehrt.

 

  • People, not Paper
    • In Tirol soll sich eine Jungunternehmer_innenszene bilden, wo Rat und Tat nicht von Institutionen und Beamt_innen, sondern gerade auch von Personen kommen, die schon einmal ein Unternehmen gestartet haben.
    • AdventureX muss eine Dauerveranstaltung werden, sodass Gründer jederzeit den Kontakt mit anderen finden können.

 

  • Offenes Unternehmertraining
    • Die Gewerbeordnung sieht eine verbindliche Unternehmerprüfung vor. Statt dieser soll es für alle potentiellen und existierenden Jungunternehmer_innen eine Gründungsakademie geben, wo real und zielgerichtet nicht die Administration, sondern die Erfolgskriterien erlernt werden können.

 

Umfeld schaffen statt Einzelförderungen vergeben

 

Unternehmen wollen gute Bedingungen, keine milden Gaben.

  • Standortagentur 2.0 – unabhängig, durchfinanziert und transparent

Wir fordern eine echte zukunftsorientierte Standortagentur, die aus den Mitteln der reduzierten Wirtschaftsförderung finanziert wird. Gleichzeitig soll das Kuratorium ein reines Aufsichtsorgan sein und die Mittelverwendung von der Geschäftsführung festgelegt werden.

  • Tourismusabgabe von Touristikern für Touristiker

 

Die Finanzierung des Tiroler Tourismusmarketing soll hinsichtlich ihres Nutzens für verschiedene Bereiche laufend evaluiert werden. Darauf aufbauend sollen die relativen Beiträge der Unternehmen an den jeweiligen Nutzen angepasst werden. Deshalb fordern wir die ersatzlose Streichung der Tourismusabgabe für alle Unternehmen, die nicht unmittelbar vom Tourismus profitieren. D.h. für Tourismusbetriebe (z.B. Hotels und andere Zimmervermieter, Seilbahnen und andere Betreiber touristischer Infrastruktur) bleibt alles beim Alten.

 

  • Einzelförderungen um 75% reduzieren
  • Förderungen für einzelne Unternehmen sind aus mehreren Gründen sehr skeptisch zu betrachten. Einerseits regiert das Gießkannenprinzip, andererseits sind Unternehmen für ihre Kunden da und nicht für die Landesförderstelle. Die Effekte von Einzelförderungen sind gering. Weitverzweigte Förderprogramme bergen auch immer die Gefahr, dass letztlich eine Art Günstlingswirtschaft entsteht, wo auch politische Gründe relevant werden. Damit solche Verdachtsmomente gar nicht aufkommen fordern wir die Abschaffung von Einzelförderungen auf Landesebene – komme wer da wolle und wofür auch immer. Davon nicht betroffen sind Förderungen der Grundlagenforschung an Universitäten oder Unternehmen.
  • Der Alpenhub Tirol soll sich durch einige Besonderheiten von anderen Regionen abheben und dafür sollen weiterhin 25% des bisherigen Volumens (Höhe auf Niveau von 2014 einfrieren, damit tendenziell wertmäßig abnehmend) für die folgenden drei Zwecke ausgeschüttet werden können (alle anderen entfallen zumindest für eine Dauer von 5 Jahren, danach Überprüfung und ggf. Überarbeitung):

o   Bildungsprogramme zur Förderung der Internationalität der schulischen und universitären Bildung und Ausbildung

o   Umweltwirksame Programme zur thermischen Sanierung von Altbauten sowie zur Renaturierung von Flächen und deren Integration in den Hochwasser-, Wildwasser- und Lawinenschutz

o   Programme zur Integration von Zuwanderern, insbesondere auch zur Unterstützung bei der Integration im Arbeitsmarkt

  • Ausbau von technischen Ausbildungen an Universtäten und Fachhochschulen
  • Mittelfristig soll die Universität Innsbruck zwar keine gesonderte TU wie in Wien und Graz zur Seite gestellt bekommen, aber in den jeweiligen naturwissenschaftlichen Fächergruppen auch technische Studienrichtungen anbieten. Kandidaten wären Technische Physik, Technische Chemie, Telematik, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Elektroingenieurwesen, Mechatronik und Ähnliches.

 

  • Regionale Gewerbezentren mit Kommunalsteuerpooling
    Die kommunale Kleingliederung Tirols und der jahrzehntelange Streit um den Grundbesitz zwischen Gemeinden und Agrargemeinschaften führten oft zur Bildung von vielen einzelnen, aber zu kleinen Gewerbegebieten. Das Land soll Gemeinden dabei unterstützen gemeinsam größere Gewerbegebiete zu erschließen, wobei die kommunalen Steuereinnahmen fair aufgeteilt werden.