Medizinische Versorgung

Zukunftsplan Tirol: „flächendeckende medizinische Versorgung“

Wir NEOS setzen uns für eine flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung im Land Tirol ein. Diese wird immer wichtiger, vor allem da mit steigender Lebenserwartung auch ein Anstieg an Erkrankungen zu verzeichnen ist. Wir werden Druck machen, um die Situation für alle Tiroler_innen zu verbessern. Es fehlt nicht am Geld, sondern an der Bereitschaft mit sinnvollen Reformen, das Gesundheitssystem in Tirol zu verändern. Das vorhandene Geld darf nicht in teuren Strukturen versickern, sondern muss bei den Ärzt_innen und Patient_innen ankommen.


Zukunft, Chancen & Plan

medizinische Versorgung am Land

Immer mehr Menschen zieht es nach Innsbruck, da dort die medizinische Versorgung viel besser ist als in vielen ländlichen Regionen. Eine vernünftige ärztliche Betreuung ist für die Attraktivität eines Standorts wichtig. Genau daran mangelt es in Tirol. Die sich ausbreitenden Probleme verdeutlichen die strukturellen Versäumnisse der Regierenden der letzten Jahrzehnte immer mehr. Die Wartezeiten bei Kassenärzt_innen sind teilweise enorm. Oftmals bleibt nur der Gang zum/zur Wahlarzt/-in, der mit hohen Kosten verbunden ist, von denen oftmals nicht einmal die Hälfte von der Krankenkasse rückerstattet wird. Der spürbare Ärzt_innenmangel ist eine logische Konsequenz der schlechten Honorierung der Ärzt_innen. Die Sozialversicherung muss in ihrem Apparat sparen und nicht bei den Patient_innen. Das Geld muss bei den Ärzt_innen und Patient_innen ankommen und nicht am Weg dorthin versickern. Angemessene Honorare können ganz einfach durch Einsparungen am Kassensystem selbst finanziert werden. Die Privilegien und aufgeblähten Strukturen sind das Problem in Tirol. Die Leistungen im Vergleich der Bundesländer zeigen ein eindeutiges Bild: Ärzt_innen verdienen in Tirol teilweise deutlich weniger als in anderen Bundesländern. Die Honorar- und Tarifkataloge in Österreich sind unübersichtlich und zersplittert. Zum Beispiel bekommt ein Arzt mit TGKK Vertrag für eine Nachtvisite 52,36 Euro, bei der Salzburger GKK jedoch 90 Euro und damit fast das Doppelte. So wundert es nicht, dass immer mehr Kassenstellen offenbleiben bzw. es längere Zeit dauert, bis diese nachbesetzt werden.

Sinnvolle Vorschläge zur besseren medizinischen Versorgung am Land gibt es genug. Wir müssen sie endlich umsetzen. Wir müssen es für junge Ärzt_innen attraktiver machen, Stellen am Land zu übernehmen.
Wir fordern:

  • Faire Honorare für Ärzt_innen. Ärzt_innen sind immer Unternehmer_innen und müssen Geld verdienen mit ihren Leistungen.
  • Die Möglichkeit Primärversorgungseinheiten ohne bürokratische Hürde betreiben zu können.
  • Mehr Flexibilität und die Möglichkeit, dass Ärzt_innen andere Ärzt_innen anstellen.
  • Teilzeitlösungen für Ärzt_innen.
  • Eine Stärkung des niedergelassenen Bereichs nach dem Vorsatz „ambulant vor stationär“.

 

Tiroler Gebietskrankenkasse

Die Tiroler Gebietskrankenkasse hortet ihr Vermögen lieber, als es für Versicherte und Ärzt_innen auszugeben. Das Reinvermögen der TGKK ist zwischen 2010 und 2016 von 2,9 auf 70 Mio Euro angewachsen. Zusätzlich hatte die TGKK 2016 ein Wertpapiervermögen von 6,2 Mio Euro. Es ist mehr als fragwürdig, wenn ein öffentlicher Träger mit fremdem Geld in Wertpapiere investiert. Eine öffentliche Krankenversicherung ist kein Geldspeicher.

Wir fordern:

  • Eine sinnvolle und treffsichere Verteilung der Einnahmen aus den Versicherungsbeiträgen.
  • Einsparungen in den aufgeblähten Strukturen der TGKK.
  • Umfassende Harmonisierung der Leistungskataloge, vor allem beim Zugang zu Arzneimitteln und medizinischer Versorgung.
  • Ein Ende des Machtmonopols der Gebietskrankenkassen

 

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