Stadtteilentwicklung

Zeit für echte Stadtbelebung NEOS wecken auf:
Die Bevölkerung von Innsbruck (133.539 HWS per 01.01.2018) wächst lt. ÖROKO bis 2045 auf über 160.000 Einwohner, davon werden mehr als 40.000 Menschen älter als 65 Jahre sein. Zudem wird durch den geplanten Ausbau der Universitäten und Fachhochschulen (MCI) und die damit steigende Zahl an Student_innen die Stadtplanung vor weitere Herausforderungen gestellt.

Die Stadtplanung Innsbruck arbeitet seit 2002 auf Basis ihres mittlerweile veralteten örtlichen Raumordnungskonzepts. Innsbruck ist mit der Fortschreibung bereits mehrere Jahre säumig.
Bis heute liegt noch kein erster Entwurf zur öffentlichen Bekanntmachung eines neuen ÖROKO Innsbruck vor!

Das ÖROKO 2025 muss von der Stadtregierung endlich im Sinne einer qualitätsvollen und zukunftsorientierten Stadtplanung vorgelegt und fertig gestellt werden, da dieses als wesentlicher Bestandteil aller weiteren Schritte der Stadtentwicklung dient.

Innerhalb von Innsbruck erfolgte die Stadtentwicklung oft ohne integrative Stadtplanung, indem Einzelprojekte ohne räumliche Vernetzung genehmigt wurden. Die Innsbrucker Stadtpolitik steht vor der enormen Aufgabe, für den prognostizierten Bevölkerungszuwachs eine Abdeckung des Wohnraumbedarfs zu planen. Ein neuer Stadtteil wie das Campagne-Areal erfordert aber auch enorme Investitionen in die Infrastruktur (Grunderschließung, Mobilität, Kinderbetreuung, Bildungseinrichtungen, Freiflächen, Spielplätze etc.).
Großes Potential zur Schaffung von mehr Wohn- und Lebensraum für die Bürger_innen ist jedoch durch Verdichtung (Höhe, Dachböden, mehr Wohnraum auf weniger Fläche) „der gebauten Stadt“ zu finden, welche bereits eine entsprechende Infrastruktur bietet. Dieses Potential gilt es zu heben, erfordert weniger Einsatz von finanziellen Ressourcen, aber mehr Einbindung der Bevölkerung in den Potentialstadtteilen für Stadtverdichtung. Im Sinne dieser optimierten Raumnutzung ist es gerade in einer Stadt wie Innsbruck, in der das verfügbare Raumangebot beschränkt ist, eine Notwendigkeit, sich im Zuge dessen auch mit den Leerständen auseinanderzusetzen. Sowohl im gewerblichen Bereich als auch beim Wohnraum ist es notwendig, Zahlen und Fakten zu kennen, um darauf aufbauend Entscheidungen für z.B. den Neubau eines Bürogebäudes zu treffen, denn Leerstände von Großimmobilien können zum Negativfaktor für einen Stadtteil und eine Stadt werden. Die Innsbrucker Stadtpolitik hat das öffentliche Interesse der Gesamtstadt und ihrer Bürger_innen im Auge zu haben, sodass es Investoren gegenüber transparent gemacht wird, welche städtebaulichen Entwicklungen von der Stadt gewünscht werden.

In den Zeiträumen, in denen das Auto als Verkehrsmittel populär geworden ist, hat man die Stadt autogerecht gestaltet und hierfür große Teile des öffentlichen Raumes gewidmet. Hier ist ein Umdenken erforderlich: Für die wachsende Zahl an Menschen in der Stadt muss ein entsprechender öffentlicher Raum zur Verfügung stehen.

Eine Verdichtung der gebauten Stadt ist nur dann sinnvoll und nachhaltig möglich, wenn der öffentliche Raum als Lebensraum neu gestaltet wird. Zahlreiche Straßenzüge in semizentralen Lagen Innsbrucks sind aufgrund mangelnder übergreifender Koordinierung und Berücksichtigung der Stadtteil-spezifischen Erfordernisse, auf Grund von Verkehrsmaßnahmen, der Konzentration der Marketingmaßnahmen Richtung Zentrum oder der Gestaltung und Nutzung der Erdgeschosszonen sowie der Begegnungszonen zu Problemfällen geworden (Pradlerstraße, Andreas-Hofer-Straße).

Manche Bausünden der jüngeren Vergangenheit sahen gar keine nutzbaren Erdgeschoßzonen in zentraler Lage mehr vor oder bestehende Flächen werden zu Wohnungen umgebaut. Auf lange Sicht wird diese Entwicklung das belebte, lebendige Zentrum von Städten wie Innsbruck noch kleiner machen und zu einem Aussterben von Handel & Gewerbe in allen Stadtteilen führen bis hin zu reinen Schlaf-Stadtteilen.

Der Innsbrucker Gestaltungsbeirat wurde im März 2013 gegründet und besteht aktuell aus vier Architekten aus Wien und der Schweiz. Seit 2016 hat der IGB ein neues Statut; ihm kommt lediglich eine Beratungsfunktion bei der Entscheidungsfindung zu, und lt. der Eigendefinition ist er ein unabhängiges Sachverständigengremium.

Realpolitisch ist jedoch zu sehen, dass dem Gestaltungsbeirat bei Jurysitzungen, in denen immer wieder Mitglieder des Beirats nominiert werden, tatsächlich als Gremium große Macht zukommt.

Die Stadtentwicklung muss sich an die Stadtentwicklungspläne halten und Bürger_innen frühzeitig in die Prozesse einbinden. Partnerschaften mit der Wirtschaft im Rahmen von Public-Private-Partnership-Projekten bedeuten in der gelebten Form oftmals den Verlust von demokratischer Kontrolle und Transparenz. Dieser Umstand verursacht grundsätzliches Misstrauen der Bürger_innen in Public-Private-Partnership-Projekte. Es wird den Bürger_innen in der Regel nicht vermittelt, ob und welchen Vorteil die Partnerschaft hat und welche Kriterien dafür und dagegen sprechen. Weiters sind Haftungs- und Risikoübernahmen im Rahmen von PPP-Projekten der Stadt nicht ersichtlich. Großbauprojekte der Stadt Innsbruck werden mit Risiko errichtet.

Die Stadtplanung steht vor der Herausforderung, zum einen Stadterweiterung und Stadtverdichtung zu betreiben, und zum anderen einen gewissen Schutz des Stadtbildes sowie des historischen Erbes zu gewährleisten. Immer wieder werden selbst denkmalgeschützte Gebäude spekulativ erworben und dem vorsätzlichen Verfall ausgesetzt, um einen Abbruchbescheid zu erwirken und eine werterhöhende Umwidmung zu erlangen.

Die Stadt Innsbruck hat gemeinsam mit den Umlandgemeinden (Mittelgebirge, Wipptal, Hall, Wattens, Zirl) eine überregionale, verbindliche Raum-, Energie- und Verkehrsplanungsinstanz gebildet. Diese Instanz ist mit Finanzmitteln ausgestattet und erstellt eine Siedlungs- und Wirtschaftsraumplanung sowie eine darauf abgestimmte Verkehrsplanung. Ein Beispiel hierfür ist eine gemeinsame Planungsabteilung.

 

  • Schaffung einer Hauptstadt im regionalen Gefüge als überregionaler Raumordnungs-, Energie- und Verkehrsplanungsinstanz
  • Unabhängigkeit und Transparenz in der Stadtplanung
  • Verbesserung der Chancengleichheit bei Ausschreibungen und Vergaben
  • Neue Flächenwidmung zur Verdichtung der gebauten Stadt
  • Öffentlicher Raum als urbaner Lebensraum
  • Schaffung von Wohnraum und der Einsatz von Fördergeldern
  • Unser Stadtteil, unsere Verantwortung
  • „Green First“ Stadtbegrünung hat Vorrang
  • Partnerschaften mit der Wirtschaft im Rahmen der Stadtentwicklung
  • Erhaltung des historischen Stadtbildes und kulturellen Erbes
  • Stadtteilverantwortung wird aufgewertet: Stadtteilausschüsse werden als verlängerter Arm des Gemeinderates in den Stadtteilen eingesetzt; sie bekommen Anhörungsrecht im Gemeinderat und werden bei Projekten bereits vor den Planungstätigkeiten durch den Gemeinderat und die Stadtregierung miteinbezogen bzw. entsenden einen Vertreter, eine Vertreterin.
  • Alternative Konzepte für die Erdgeschosszonen
  • Stadtplanung für den Wirtschafts- und Forschungsstandort
  • Innsbruck – eine Stadt für alle

 

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