Nachhaltigkeit & Umwelt

Zeit für echte Nachhaltigkeit NEOS wecken auf:
Nachhaltigkeit ist für uns ein Grundwert. Möglichst effiziente Energienutzung, die Ausschöpfung des Potentials an erneuerbaren Energien sowie die Reduzierung des Einsatzes fossiler Energieträger sind die Grundlage und bieten die Basis für Wohlstand und Lebensqualität. Auch künftige Generationen haben ein Recht auf eine lebenswerte Umwelt. Die öffentliche Hand muss dabei ihre Vorbildwirkung aktiv wahrnehmen.

Innsbruck wächst in den nächsten Jahrzehnten stark, auf bis zu 160.000 Einwohner_innen bis 2045. Eine wachsende Stadt braucht mehr Ressourcen: Energie, Wasser und andere (Roh-)Stoffe. Im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Entwicklung stößt dies jedoch an ökologische und ökonomische Grenzen. So erfordert der Klimaschutz eine absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40-50% bis 2030 und 80% bis 2050. Wie sich Innsbruck in den nächsten Jahren bei Energie, Umwelt und Klimaschutz präsentieren will, wird vor allem davon abhängen, wie sich der Lebens- und Wirtschaftsstil der Stadt weiter entwickeln soll: wie gestalten wir Wohn- und Lebensräume, Räume für Wirtschaft und Gesellschaft sowie Mobilität für eine Stadt der kurzen Wege?

Innsbruck verfügt heute zwar über ein gut ausgebautes, verlässliches und effizientes Energiesystem (11 große Trafostationen und mehr als 1500 kleine Trafostationen), aber immer noch mit Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Neben der Verringerung des Energieeinsatzes ist der Umstieg auf erneuerbare Energieträger (zweite Säule zur Reduktion der energiebedingten Treibhausgasemissionen) für den Umbau von einem fossilen zu einem erneuerbaren Energiesystem unerlässlich. Das Potential für den Ausbau von Erneuerbaren ist im Stadtgebiet begrenzt, umso wichtiger ist die konsequente Umsetzung eines regionalen Planungsansatzes über die Stadtgrenze hinaus. Dies ist aber auch nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn lokale Erzeugung und lokal optimierte Nutzung miteinander einhergehen.

Grünraum ist ein zentraler Faktor der Lebensqualität der Innsbrucker_innen. Trotz Verdichtung und Ausbau neuer Stadtteile muss dieser erhalten bleiben und als zentrale Infrastruktur der Stadt verstanden werden. Auch der Erhalt von Naturräumen und Artenvielfalt ist ein zentrales Anliegen des Umweltschutzes.

Der Klimawandel macht sich bereits heute bemerkbar. Die Hitze in den Sommermonaten wird in Innsbruck auch zum gesundheitlichen Problem, und Starkregenereignisse können zu bisher nicht gekannten Überflutungen im Stadtgebiet führen. Verschärft wird die Situation durch die starke Versiegelung der Flächen. Die Infrastruktur der Stadt muss entsprechend widerstandsfähig (resilient) gestaltet werden, um diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden, etwa durch verstärkte Berücksichtigung von Grünraum als lokale Kühlzonen, ausreichende Versickerungsflächen für Regenwasser, Aufnahmekapazitäten des Kanalnetzes, Begrünung der Dächer etc.

Bisherige Planungsmethoden und städtische (Entscheidungs-)Strukturen sind den Herausforderungen einer intelligenten, resilienten Stadt der Zukunft nicht mehr gewachsen. Die Smart City Strategie Innsbruck möchte dem Rechnung tragen, unter anderem durch integrierte Planungsansätze im Bereich Energie, Verkehr und Stadtplanung. Es wird sich zeigen, ob dieser hohe Anspruch auch in der Praxis umgesetzt wird, Umwelt- und Klimaschutz macht nicht an der Stadtgrenze halt. Wenn wir uns diesen Herausforderungen stellen und aktiv gestalten, schaffen wir die Voraussetzungen für viele neue, lokale Arbeitsplätze in innovativen Branchen (z.B. Energie- und Umwelttechnologie, Mobilität, etc.). Der Wandel zu einer CO2-armen und ressourceneffizienten Stadt wird somit zum zentralen Wirtschafts- und Innovationsmotor Innsbrucks und der umliegenden Region.

Innsbruck steht für höchste Lebensqualität bei minimalem Ressourcenverbrauch. Dies ist als Leitprinzip in allen Planungsentscheidungen der Stadt etabliert. Innsbruck bekennt sich zu den Prinzipien der „2.000-Watt-Gesellschaft“ (nach Vorbild Zürich) und damit zur nachhaltigen Nutzung von Energie-Ressourcen.

Innsbruck investiert bereits heute vorausschauend in Infrastruktur, energie- und ressourceneffiziente Gebäude, die mit den festgelegten Energie- und Klimazielen kompatibel sind. Höhere Anfangsinvestitionen amortisieren sich schnell und entlasten langfristig das Stadtbudget. Nachhaltige Finanzen sind ein zentraler Aspekt der Generationengerechtigkeit. Innsbrucks Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen kann deutlich gesenkt werden. Dies erhöht die Versorgungssicherheit und reduziert die Energiekosten der Bürger_innen. Wohnen und Mobilität sind damit auch langfristig für alle Innsbrucker_innen leistbar.

Neben dem politischen Willen, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den technologischen Innovationen ist es gelungen, ein größeres Bewusstsein für Energie- und Umweltthemen und deren Rückkopplung auf Planungsentscheidungen zu erlangen. Transparente Information sowie einen höheren Stellenwert der Thematik in der Bildung sind dafür Voraussetzung.

  • Integrierte Energie-, Raum- und Verkehrsplanung in der Stadt-Umland-Region
  • Regionale Koordination und Schwerpunktsetzung in der Infrastrukturplanung
  • Neue Stadtteile sind ressourcenschonend auszuführen und sollten ihren Energiebedarf weitgehend lokal decken (in der Bilanz nahezu „Netto-Null- Energie“)
  • Wohnprojekte von gemeinnützigen Wohnbauträgern und der IIG sollen am neuesten Stand der Technik sein und beispielsweise ihren Mieter_innen ein Caresharing Angebot im Haus anbieten = Anreizsystem.
  • Öffentliche Gebäude sind Teil der dezentralen Energieinfrastruktur und nutzen ihr Potential als Kraftwerke der Zukunft (große Energieverbraucher z.B. Spitäler als aktives Element eines dezentralen Energiesystems für Stadtteile entwickeln)
  • Bessere Koordination bestehender Energie- und Klimastrategien mit klaren Zielvorgaben und transparentem Monitoring
  • Ausarbeitung einer langfristigen Energie- und Klimastrategie (2025-2050)
  • Aufbau eines Nachhaltigkeitsmonitoring (wie z.B. in Zürich)
  • Konsequente Umsetzung der Smart City Strategie
  • Die Innsbrucker Kommunalbetriebe verändern sich zum zukunftsorientierten Energiedienstleister
  • Erarbeitung der Wärmestrategie Innsbruck mit Beteiligung der Bürger_innen
  • Ausbau der Fernwärme/-kälte nur mehr in verdichteten Gebieten, wo Energieeffizienzmaßnahmen schwierig (z.B. Denkmalschutz) bzw. teuer umsetzbar sind
  • Haushalte, die an Fernwärme angeschlossen sind, erhalten die Chance, über energiebewusstes Handeln die Kosten zu reduzieren (z.B. höherer verbrauchsabhängiger Tarifanteil)
  • Sicherung von Energie- und Nachhaltigkeitszielen bei öffentlichen Bauprojekten
  • Bei größeren, öffentlichen Bauprojekten wird das vorgeschlagene Energieversorgungskonzept auf energie- und klimapolitische Grundsätze überprüft und durch ein entsprechendes Monitoring während des Betriebes stetig evaluiert.
  • Mehr Grünraum durch multifunktionale Neugestaltung des öffentlichen Raumes mit stärkerer lokaler Beteiligung der Bürger_innen
  • Erhalt von Natur-/Grünräumen und Artenvielfalt
  • Leitinitiative ressourcenschonendes Innsbruck und Urban Mining
  • Begrünung der Dächer und Fassaden als Hochwasserschutz und Erhöhung der Luftqualität
  • Zivilgesellschaftliche Initiativen zur Ressourcenschonung forcieren (z.B. „Repair café“); dazu könnten Räume in Erdgeschoßzonen genutzt werden (positive soziale Aspekte auch für ältere Menschen, die ihr handwerkliches Wissen weitergeben können)

 

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