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Patscher Kofel Votum … Abgewatscht

UnbenanntViele haben nicht gewählt. 5,6% nützten ihr Wahlrecht und  4,3% waren für eine Verlegung der Gipfelstation.  „Schlappe für den Alpenverein“ meldet der ORF.

Richtig – der Alpenverein wurde abgewatscht!

Und  zwar alles andere als unerwartet. Es ging ja nicht um das Projekt an sich, sondern lediglich um die Verlegung der Bergstation. Dazu kam,  dass die Bauarbeiten bereits voll im Bau sind, was die weithin sichtbaren Baukräne und Geländenarben allen Innsbrucker Einwohnern täglich drastisch vor Augen führen.   Gestartet als Sympathie- und Hoffnungsträger konnte der Alpenverein zu spät nur mehr aufs falsche Pferd setzen. Die Aussicht von der Hüttenterrasse juckt die meisten letztendlich herzlich wenig. Das Hin- und Her bei den Verhandlung wirkte bald nur mehr wie hilfloses Herumgezicke.  Nicht das Wohl der Allgemeinheit stand im Mittelpunkt. Man hatten den Eindruck es ging nur mehr darum,  möglichst viel für den Alpenverein selbst herausholen, und zwar letztendlich noch zusätzlich auf Kosten der Steuerzahler.

Die Reaktionen der Stadtpolitiker auf das Abstimmungsergebnis  waren  gleich die nächste Watschn, und zwar für den Grotßteil  der Innsbrucker und Innsbruckerinnen.

Wenn´s nicht so traurig wäre, wär´s fast lustig:  Die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) meint zum Ergebnis, es hätten sich die Grenzen einer direkten Bürgerbeteiligung gezeigt. Die Lösung  einer solch komplexen Fragestellung sei nicht im Rahmen einer direkten Bürgerbeteiligung möglich. Franz Xaver Gruber (ÖVP) erkennt „ein klares Votum gegen die Verlegung der Gipfelstation“.  Der Innsbrucker SPÖ-Chef Helmut Buchacher sieht im Ergebnis gar ein deutliches Votum für die Patscherkofelbahn.

Laut  einer von den NEOS in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage sind 75% der Stadteinwohner weder für die Beibehaltung der Position der Bergstation noch für die geplante Bahn, sondern lehnen das Großprojekt, das nun realisiert wird, überhaupt ab. Sie stört, dass intakte und nicht einmal alte Anlagen einfach abgerissen wurden, erachten die Investitionskosten von 60 Mio. (70 Mio. inklusive Kaufpreis für die abgerissenen Altanlagen) als viel zu hoch, sorgen sich um die Folgekosten für die Instandhaltung einer überdimensionierten Bergstation, usw.  Die Fragestellung war nicht zu komplex , sondern schlicht und einfach am Thema vorbei.  Die ganze Abstimmung war eine ärgerliche Farce.

Die einzigen Grenzen, die die Patscherkofel-Diskussionen der letzten Wochen und Monate aufgezeigt hat,  betreffen nicht die Möglichkeiten der  direkten Bürgerbeteiliung. Sie betreffen die Bereitschaft der Politiker, die Sorgen Bevölkerung ernst zu nehmen und angesichts des Widerstands das ganze Projekt nochmals zu überdenken. Dass dieser Unwille quer durch alle Parteien geht, macht ihn nicht erträglicher.

Zu hoffen bleibt, dass auch die für das Projekt verantwortlichen Politiker bei der nächsten Wahl noch ihre Watschn einkassieren. Ohne irgendwas schlecht reden zu wollen: Für ihre Abgehobenheit und  Arroganz gegenüber den Bürgern  beim Patscherkofel-Thema hätten sie sie verdient.