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ÖVP tritt in Fußstapfen der FPÖ

Die Flüchtlingswelle ist nicht für Anstieg der Kriminalität verantwortlich, Tiroler Polizei leistet sehr gute Arbeit, Aufstocken ist immer sinnvoll – aber nicht nur wegen angeblich steigender Kriminalitätsdelikte

Verwundet zeigt sich NEOS Landtagsabgeordneter Andreas Leitgeb über die Aussagen von VP Klubobmann Jakob Wolf: Wolf forderte ein härteres Vorgehen gegen die zunehmende Ausländerkriminalität. „Die ÖVP steigt damit in die Fußstapfen der FPÖ und verunsichert die Bevölkerung“, ärgert sich Leitgeb über die unsachliche Äußerung von Wolf. „Alleine die Bezeichnung Ausländer ist in diesem Zusammenhang falsch.“ Die Polizei spricht von fremden Tatverdächtigen, die auch so in der Kriminalstatistik geführt werden.

Tirol ist sicher, Polizei trägt dazu bei

Laut Kriminalstatistik der Polizei Tirol ist die Anzahl der angezeigten Fälle im Beobachtungszeitraum von 2008 bis 2017 von 47.610 auf 41.611 (-4,5%) gesunken. Damit liegt Tirol im Mittelfeld aller Bundesländer. Die Aufklärungsquote in Österreich wurde in diesem Zeitraum von 38,2% auf 50,1% (+11,9 % ) gesteigert: Mehr als jede zweite Straftat wurde durch die Polizei aufgeklärt. Die Landespolizeidirektion Tirol liegt mit einer Aufklärungsquote von 55,6% auf dem dritten Platz aller Bundesländer, Innsbruck mit 55,7% an der zweiten Stelle im Ranking der Landeshauptstädte.

„Die Tiroler Polizei macht damit eine exzellente Arbeit!“, betont Leitgeb. Unter den Big Five aller Delikte verzeichnet man Rückgänge bei Wohnraumeinbrüchen, KFZ-Diebstählen und Gewaltdelikten, hingegen stiegen die Cyber-Kriminalität und Wirtschaftskriminalität.

Delikte steigen nicht wegen Flüchtlingswelle

Die Anzahl der fremden Tatverdächtigen hat sich wie der Bundestrend zwar auch in Tirol um 0,2% erhöht. „Das hat aber nichts mit der Flüchtlingskrise zu tun, denn die Anzahl ist kontinuierlich und nicht sprunghaft gestiegen“, erklärt Leitgeb. Bei den ausgeforschten Tatverdächtigen in Österreich handelt es sich zu 60,9% um inländische und zu 39,1% um fremde Tatverdächtige. „In Tirol liegt der Anteil der fremden Tatverdächtigen bei 43,3% und nicht bei 47%, wie von Jakob Wolf angegeben“, berichtigt Leitgeb. Das Ranking der ausgeforschten Tatverdächtigen wird außerdem von Deutschland angeführt, gefolgt von den Ländern: Türkei, Marokko, Rumänien und Italien.

Polizei für vielfältige Aufgaben aufstocken

„Der Tiroler Landtag hat sich bereits zur Aufstockung der Polizei bekannt“, erklärt Leitgeb. Dabei geht es jedoch nicht nur um Kriminalitätsbekämpfung, sondern um Aufgaben wie Präventivmaßnahmen, Verkehrsdienst, Streifendienst, Spurensicherung, Erhebungsaufgaben usw. „Fremde Tatverdächtige als Angst- und Panik-Argument zur Aufstockung der Polizei vorzuschieben, sehe ich als unsachlichen Populismus a la FPÖ“, schließt Leitgeb, selbst ein erfahrener Polizist und seit vielen Jahren im Dienst.