NEOS fordern zu Home-Schooling: Pädagog_innen nicht im Regen stehen lassen

09. April 2020

„Offenbar muss die Landesregierung mittlerweile selbst einsehen, dass die in der Vergangenheit hoch gelobte Digitalisierungsoffensive mit 1 Mio. Euro jährlich für die Schulen zu wenig war“, zeigt NEOS-Bildungssprecher Dominik Oberhofer auf: „Nicht mal auf die eigene Bildungslandesrätin, die sich mit uns NEOS für mehr Digitalisierungs-Geld eingesetzt hätte, wollte man hören. Jetzt, in der Krise wird offensichtlich, dass am falschen Ende gespart wurde und das Land bessert mit 4 Millionen nach.“

„Keine Frage, der Digi-Scheck ist dringend notwendig“, so NEOS-Bildungssprecher Dominik Oberhofer und fügt hinzu: „Dass hier auch die AK mit 800.000 Euro unterstützt ist lobenswert – da können sich andere Kammern, die sich derzeit im Füße still halten üben, jedenfalls eine Scheibe abschneiden!“ Darüber hinaus sei es ein Skandal, so Oberhofer weiter: „dass die die Berufsschüler_innen beim Kauf der LapTops von der Arbeiterkammer und nicht durch die Wirtschaftskammer unterstützt werden.“

NEOS appellieren an die Landesregierung: Lehrpersonal dringend entlasten und unterstützen!

Für die NEOS reichen die Impulse der Landesregierung nicht aus: „Der 4 Millionen-Digi-Scheck unterstützt die Erziehungsberechtigten, von den 2.500 Euro Direktförderung zur Ausstattung für Homeoffice-Plätze profitiert die Wirtschaft, die Pädagog_innen schauen durch die Finger.“

Dabei würde es gerade hier an allen Ecken und Enden an Unterstützung mangeln, so der pinke Bildungssprecher weiter: „Die Lehrerinnen und Lehrer zeigen viel Engagement und Improvisationstalent in dieser Krise. Viele von ihnen müssen ebenso ihren Betreuungspflichten zu Hause nachgehen. Bis heute werden sie Software-technisch von der Pädagogischen Hochschule im Stich gelassen, in der Vergangenheit wurde es versäumt notwendige Hardware anzuschaffen, zahlreiche Pädagog_innen sind im Schulalltag nicht auf digitale Medien angewiesen – für sie ist die aktuelle Situation komplett neu.“

Dominik Oberhofer ruft zudem in Erinnerung, dass bislang für die EDV an den Schulen die Pädagog_innen selbst zuständig waren: „Man hat diesen Bereich nicht auslagern dürfen und in der Krise wird nun deutlich, dass die Anforderungen derart massiv sind, das das zuständige Lehrpersonal das nicht mehr stemmen kann. Auch sie stehen unter einem immensen Druck: Lehrverpflichtung, EDV-Zuständigkeit, Heimarbeitsplatz. Das System ist komplett überlastet!“

NEOS fordern Sonderbudget für Heimarbeitsplätze von Lehrpersonal und Fortbildungen im Online-Bereich

Die NEOS fordern daher ein akutes Sonderbudget für digitale Ausstattung der Pädagog_innen: „Das was in die Tiroler Wirtschaft zur Schaffung von Heimarbeitsplätzen investiert wird, muss auch für Lehrkräfte die von zuhause aus arbeiten zur Verfügung stehen!“

Daneben sind Fortbildungen und Schulungen für die NEOS essentiell: „Das bedeutet auch, das Fortbildungsmonopol der Pädagogischen Hochschule zu lockern und Know-how zum digitalen Lernen von privaten Bildungseinrichtungen hereinholen. Das gilt es nun rasch und unbürokratisch umzusetzen“, so Dominik Oberhofer abschließend: „Es ist gut, wenn man den Schüler_innen und Eltern zur Seite steht, es ist aber zugleich ein Skandal, wenn man die Lehrer_innen im Regen stehen lässt.“