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NEOS zu Vorlesetag: Ein Tag ist zu wenig

Dominik Oberhofer: „Wir müssen den Unterricht verbessern, wenn unsere Kinder besser lesen sollen.“

Am 28.11.2018 findet der 3. Tiroler Vorlesetag statt. Dabei steht das Vorlesen in allen Bildungseinrichtungen des Landes im Mittelpunkt. Mit dem Tag soll die Lust am Lesen sowie Vorlesen und damit die Lesekompetenz gefördert werden. „Mit dem Vorlesetag weisen wir darauf hin, wie wichtig das Lesens ist“, bestätigt GR.in Dagmar Klingler und Bildungssprecherin von NEOS Tirol. „Mit einem Tag alleine werden wir die Lesekompetenz jedoch nicht verbessern. Es braucht stattdessen eine umfassende Reform des Leseunterrichts.“

Mehr lesen in allen Fächern

Nach wie vor können 15% der Schulabgänger in Österreich nicht ausreichend sinnerfassend lesen, wie der nationale Bildungsbericht von 2015 aufzeigt. NEOS KO LA Dominik Oberhofer sieht die Lösung darin, das Lesen in allen Bildungseinrichtungen als grundlegenden Lernprozess zu verankern – vom Kindergarten bis zur Berufsschule. „Ohne Lesen gibt es kein Lernen und deshalb darf sich Lesen lernen und üben nicht nur auf das Fach Deutsch beschränken: In allen Fächern und in jeder Schulart muss mehr gelesen werden.“

Lehrer brauchen Ausbildung

Klingler verweist darauf, dass beispielsweise in Tiroler Berufsschulen bei einem Leseforschungsprojekt die Lesekompetenz der Schüler innerhalb kürzester Zeit signifikant gesteigert werden konnte. Unterrichtsrelevante Informationen wurden dazu in den Fachgegenständen schriftlich erteilt: Schüler mussten lesen, um ein Problem zu verstehen. „Die Ausbildung aller Pädagogen muss dafür jedoch mehr Leseförderung beinhalten. Derzeit passiert das nur bei den Volksschul- und Deutschlehrern. Außerdem fehlt eine spezielle Ausbildung zur Leseförderung für Kindergartenpädagogen und in allen anderen Fachgegenständen der Berufsschulen“, erklärt Klingler. Am Ende des Tages macht den Meister Übung – bei den Schülern und den Lehrern: „Wenn in allen Fächern mit gut ausgebildeten Lehrern mehr gelesen wird, werden sich die sinnerfassenden Leseleistungen in Tirol auch nachhaltig verbessern“, schließt Klingler.