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NEOS ZU MCI: Kosten von 150 Mio. Euro sind nicht möglich

Dominik Oberhofer: „1.200 Euro pro gebautem Kubikmeter sind Fehlplanung oder falsch. NEOS stellen Anfrage zur Aufschlüsselung von Kosten für MCI-Neubau.“

NEOS Tirol steht hinter dem aufwendigen Gesamtkonzept für den Neubau des MCI (Management Center Innsbruck). Eine Neuausschreibung sowie der Bau einer abgespeckten Variante sind nicht im Sinne der Stadt Innsbruck und des Landes als Universitäts- sowie Wirtschaftsstandort und würden nur weitere Millionenkosten verursachen. Neuerdings stehen veranschlagte Kosten in Höhe von 150 Mio. Euro für den MCI Neubau im Raum, die realitätsfern und nicht nachvollziehbar sind: „Die Kosten pro gebautem Kubikmeter würden damit 1.200 Euro betragen, die üblichen Baukosten selbst für moderne und hochwertige Gebäude in Tirol betragen 400 bis 600 Euro pro Kubikmeter. Johannes Tratter soll daher die kolportierten Kosten von 150 Mio. Euro für den MCI-Neubau offenlegen!“, fordert NEOS LA KO Dominik Oberhofer.

Kosten steigen, Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar

Der Dringlichkeitsantrag der NEOS im Oktober wurde im dafür zuständigen Ausschuss mit dem Argument abgeschossen, dass mit der Stadt Innsbruck noch verhandelt werden müsse. „Jeder wünschte sich dennoch einen schnellen Start des MCI-Neubaus“, erklärt Dominik Oberhofer und verweist auf weiteren merkwürdigen Umstand: „Plötzlich kostet das neue MCI-Projekt bis zu 150 Mio. Euro, was bautechnisch für mich nicht nachvollziehbar ist.“ Bei ursprünglich geplanten rd. 102.000 Kubikmetern Kubatur hätte das MCI 80 Mio. Euro gekostet. Bei rd. 126.000 Kubikmetern Kubatur, also rd. 23% mehr Kubatur, werden plötzlich150 Mio. Euro daraus, also fast das Doppelte. Vor folgendem Hintergrund wird der Sachverhalt noch seltsamer: „Der Neubau des MCI inklusive der größeren Kubatur wurde über einen Architekturwettbewerb vergeben. Es kam weder ein Veto vom Land Tirol unter LR Patrizia Zoller-Frischauf, noch von der Stadt Innsbruck unter Christine Oppitz-Plörer. Diese Entscheidung war wichtig und richtig. Plötzlich soll der Neubau nun gestoppt werden.“

„Für mich sind die mittlerweile kolportierten Kosten von 150 Mio. Euro nicht nachvollziehbar“, ergänzt Oberhofer. „Im Novemberlandtag werden wir daher eine Anfrage stellen, in der wir LR Johannes Tratter auffordern, die angeblichen Kosten von 150 Mio. Euro offen zu legen und genauestens aufzuschlüsseln.“

Gründe für den MCI-Neubau:

  1. Das von den 12 Jurymitgliedern einstimmig gekürte Siegerprojekt der Architekten Loudon & Partner geht in der Detailplanung von einer größeren Nutzfläche (Kubatur) aus: Die um rd. 23% größere Kubatur ergibt sich aufgrund des komplexen Nutzungskonzeptes der verschiedenen Partner (MCI, Sportclub, Bustiefgarage usw.), aber auch durch die Erfüllung aller bau- und feuerpolizeilichen sowie technischen Erfordernisse, die in der ursprünglichen Projektplanung der Architekten Henke & Schreieck nicht detailliert ausgearbeitet wurden. NEOS steht hinter dem aufwendig und von Fachleuten erarbeiteten Gesamtkonzept, wie es nun vorliegt und will deshalb verhindern, dass es zu einer Neuausschreibung des MCI Campusprojekts und daher eventuell zum Bau einer „abgespeckten Variante“ auf Kosten der beteiligten Partner kommt.
  1. Ein Gebäude mit einer größeren Gesamtfläche ermöglicht den Trägern höhere Mieteinnahmen. Daher ist die vorgeschobene Verzögerung des Neubaus aus rein wirtschaftlicher Sicht mehr als unbegründet. Je länger sich der Neubau verzögert, desto höher werden die zu erwartenden Kosten sein.
  2. Aufgrund der enormen Nachfrage nach einem Studienplatz am MCI kann derzeit nur jede dritte Bewerbung berücksichtigt werden. Allein im Jahr 2018 müssen mehr als 2.500 Bewerber_innen aus Platzgründen abgewiesen werden. Dies in den wichtigen Zukunftsfeldern Technologie, Life Science, IT, Digitalisierung, Wirtschaft und Soziales. Gleichzeitig kann die dringende Nachfrage der Wirtschaft nach MCI-Absolvent_innen nicht einmal annähernd befriedigt werden und der Arbeitsmarkt würde nach einem Mehrfachen an Absolvent_innen verlangen. Überdies müssen von der Industrie und weiteren Branchen dringend angefragte Forschungsleistungen mangels verfügbarer Kapazität zurückgestellt oder überhaupt abgelehnt werden.
  3. Der MCI-Campus-Neubau stellt für Innsbruck und Tirol daher eine einmalige Chance dar. Es braucht nun Mut und ein klares Bekenntnis zum Gesamtprojekt und den damit verbundenen Kosten, die eine höchst sinnvolle Investition in den Bildungs-, Wissenschafts- und Universitätsstandort Tirol sind und damit in die Zukunft unseres Landes. Jede zeitliche Verzögerung des MCI-Campus-Neubaus führt dazu, dass jungen Menschen Chancen verbaut werden, wichtige Potentiale für die Wirtschaft ungenützt bleiben und wesentliche Möglichkeiten für den Standort verspielt werden.

Von einem professionellen Ausschreibungs- und Baumanagement kann man die Politik auch mit kolportierten 150 Mio. Euro nicht befreien. Deshalb fordert NEOS Tirol gleichzeitig ein regelmäßiges Monitoring durch den zuständigen Landesrat mit regelmäßigen Berichten an den Tiroler Landtag. „Für mich als MCI-Befürworter steht jedenfalls fest, dass das über Jahre ausgearbeitete Gesamtkonzept für das neue MCI fundiert und zukunftsweisend ist. Der Wirtschafts- und Universitätsstandort Tirol benötigt diesen wichtigen Neubau.“