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NEOS zu BBT-Besuch der EU-Verkehrskommissarin: Tirol muss seine Hausaufgaben machen

07.12.2018 Edith Reichel

Andreas Leitgeb: „Wir müssen LKWs auf die Schiene verlagern. Platter und Felipe tappen hierbei noch im Dunkeln.“

06.12.2018: Anlässlich des morgigen Besuchs der liberalen EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc im Brennerbasistunnel (BBT) gibt NEOS Verkehrssprecher Andreas Leitgeb Landeshauptmann Günther Platter und Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe einen Gedanken mit auf den Weg: „Die Brennerbahn verfügt über 15% freie Kapazitäten für LKW-Transporte. Pro Jahr könnten daher über 400.000 LKWs weniger auf der Straße über den Brenner rollen.“ Um die LKWs auf die Schiene zu verlagern, sollten Platter und Felipe mit den Frächtern und Bahnunternehmen besser zusammenarbeiten: „Bahngesellschaften müssten mehr Verbindungen zwischen den Verladeterminals anbieten. Frächtern müsste die Schiene schmackhafter gemacht werden.“

Transport auf Schiene hilft sparen

Eine weitere Verlagerung von LKWs (Sattelauflieger ohne Zugfahrzeug) auf die Bahn wäre möglich. Durch bessere Zusammenarbeit von Frächtern und Bahnunternehmen könnten die freien Kapazitäten auf der Brennerachse genutzt werden. „Platter und Felipe sind hierbei gefragt!“, fordert Leitgeb. Mit zusätzlichen Waggons wären die Kapazitäten für LKW-Sattelanhänger außerdem rasch ausgebaut (Unbegleiteter Kombinierter Verkehr – UKV). Der Vorteil liegt dabei sprichwörtlich auf der Schiene: „Transporte mit der Bahn über 700km sind schneller als reine LKW-Fahrten und auch kostengünstiger. Weniger LKWs über den Brenner würden außerdem den CO2-Ausstoß und die Schadstoffbelastung senken.“

Druck auf Italien und Deutschland erhöhen

Für den BBT sind die Zulaufstrecken sowie der Ausbau von Verladeterminals essenziell, was Leitgeb mehrfach gefordert hat. Platter und Felipe müssen hierzu jedoch noch ihre Hausaufgaben mit Deutschland und Italien erledigen: Die Nachbarstaaten stehen in Sachen Zulaufstrecken noch stark in der Pflicht.

Italiens Regierung unterzieht den BBT samt der Zulaufstrecken einer erneuten Evaluierung: „Das ist alarmierend!“, zeigt sich Leitgeb schockiert: „Die Tiroler Landesregierung muss Italien davon überzeugen, dass der Transport auf der Schiene die zukunftsweisendste Variante ist. Je schneller freie Kapazitäten auf der Brennerbahn ausgeschöpft sind, desto schneller wird Italien die Notwendigkeit des BBT und der Zulaufstrecken erkennen.

Aus vier mach zwei

Das Festhalten von Platter und Felipe am viergleisigen Ausbau der Zulaufstrecken in Bayern erzeugt bei Leitgeb nur Kopfschütteln: „Bayern beabsichtigt seine Gütertransportkapazitäten durch längere Züge um mindestens 40% zu erhöhen. Durch moderne Zugleitsysteme werden diese Kapazitäten sogar um bis zu weitere 20% gesteigert.“ Zudem lehne die vom Ausbau betroffene Bevölkerung in Bayern ein drittes und viertes Bahngleis ab: „Das vorhandene Bahnnetz und die akkurate Planung der Deutschen Bahn machen den viergleisigen Ausbau der Strecke zwischen Kufstein und Rosenheim daher überflüssig. Der von Platter geforderte Ausbau wird daher wahrscheinlich nicht erfolgen“, betont Leitgeb.

„Die viergleisige Bahnstrecke im Unterinntal lässt sich jedenfalls mit der zweigleisigen in Bayern verbinden“, fordert Leitgeb ein Umdenken der Tiroler Landesregierung. In Bayern bzw. Deutschland bestehe wegen der geringen Zugdichte auf der Strecke zwischen Kufstein und Rosenheim keine Priorität, diese viergleisig auszubauen. Die Prioritäten Bayerns liegen derzeit in der Beseitigung des Flaschenhalses in München. Außerdem wird versucht, die Strecke zwischen Rosenheim und München durch eine leistungsfähige nördlicher gelegene Strecke von München nach Salzburg zu entlasten.

„Platter und Felipe tappen in Bezug auf den Brennerbasistunnel und die Ausbaupläne des Bayrischen Bahnnetzes im Dunkeln“, betont der pinke NEOS Tirol Verkehrssprecher und ergänzt: „Bei Sitzungen einfach aufzustehen und zu gehen ist weder produktiv, noch den Verhandlungspartnern gegenüber wertschätzend.“

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