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Modulare Oberstufe: Do you remember „MOST“?!

Im Dezember 2012 wurde sie beschlossen, die modulare Oberstufe (MOST), bis 2016 sollte sie, laut

Werner Faymann und Michael Spindelegger, flächendeckend umgesetzt sein, ein „nächster Baustein in

Richtung Bildungsreform“.

Nach anfänglichen Diskussionen über das „Aufsteigen trotz Nicht Genügend“ ist es bald wieder ruhig

geworden um die Reform, und im Juni 2016 ist von einer flächendeckenden Umsetzung nichts zu

bemerken. Vor ein paar Tagen hat das Gymnasium, das meine Kinder besuchen, den Eltern präsentiert,

was nunmehr kommen soll: Statt der MOST kommt die NOST, die neue Oberstufe. Von Modulen oder

erweiterten Wahlmöglichkeiten, wie sie in einigen modularen Schulversuchen praktiziert werden, ist gar

nichts übrig geblieben.

Neu an der NOST ist, dass jedes Semester positiv abgeschlossen werden muss. Positive Jahreszeugnisse

reichen nicht mehr für die Zulassung zur Matura. Aufsteigen darf man trotz einer Fünf im Halbjahres-

oder Jahreszeugnis bis zu dreimal und kann die zu erledigen Nachprüfungen bis zur Matura aufstauen. In

Summe also mehr Druck statt weniger.

Neu ist auch, dass Individualförderung durch die Schule vorgesehen ist. Klingt gut, entpuppt sich bei

näherem Hinsehen aber auch als Mogelpackung. Wie genau diese erfolgen soll und wer sie abhält, ist

noch offen. Es soll weniger um Fachförderung als um methodische Anleitungen gehen. Im Klartext: Mit

16, ab ihrem 10. Schuljahr, dürfen Schüler mit Schwierigkeiten in einzelnen Fächern Lernen lernen.

Was kommt, wird von vielen Schulgemeinschaften abgelehnt, weil Verschlechterungen für die Schüler

befürchtet werden. Ab dem Schuljahr 2016/17 können die Schulen mit der NOST beginnen, müssen aber

nicht. Viele warten ab und hoffen, dass bis zur verpflichtenden Einführung in zwei Jahren noch

nachgebessert wird.

Die Regierung hat also wieder einmal eine verspätete Reform vorgelegt, bei der die Reform auf der

Strecke geblieben ist … und wundert sich immer weiter, dass der Applaus für ihre Arbeit ausbleibt.