JUNOS Studierende kritisieren Uni Innsbruck für Umgang mit Prüfungen in Corona-Zeiten

14. September 2020

„Innsbruck steuert auf die Ampelfarbe ‚Orange‘ zu. Die Uni führt dennoch Präsenzprüfungen im großen Stil durch. Ausreichende Kommunikation – Fehlanzeige“, ärgert sich JUNOS ÖH-Mandatar Lukas Schobesberger.

Präsenzprüfungen für Risikogruppe nicht tragbar

„Teilweise über 200 Personen sammeln sich in einem geschlossenen Raum nach regem Andrang an den Eingängen. Die Handhabung der Prüfungssituation seitens der Universität Innsbruck ist angesichts der steigenden Infektionszahlen verantwortungslos und fahrlässig“, so Schobesberger.

Laut Covid-Leitfaden des Bundesministeriums sollen nur Prüfung mit persönlicher Anwesenheit abgehalten werden, die online nicht durchführbar sind. „Dennoch werden an der Uni Innsbruck nun Prüfungen durchgeführt, die Anfang Juli noch Online abgehalten wurden. Das ist absurd,“ so Schobesberger. „Das Ausschöpfen digitale Möglichkeiten muss nicht nur Notbehelf, sondern wesentlicher Bestandteil der Prüfungsgestaltung sein. Wir fordern ein ausgereiftes Prüfungssystem, das einen hybriden Prüfungsmodus ermöglicht. Prüfungen sollen, wenn risikolos möglich, sowohl in Präsenz als auch Online angeboten werden. Gerade für Studierende, die einer Risikogruppe angehören, ist ein reines Präsenzangebot untragbar“, weist Schobesberger darauf hin, dass es für viele Studierende in der aktuellen Situation einfach nicht zumutbar ist, sich einem so großen Risiko auszusetzen.

Mangelnde Kommunikation gegenüber den Studierenden

Besonders sauer stößt Schobesberger die mangelnde Kommunikation der Uni Innsbruck auf: „Die Studierenden kennen sich nicht mehr aus, was jetzt Sache ist. Die Vorgehensweise ändert sich zu oft und niemand weiß mehr, welche Maßnahmen aktuell gelten. Ich muss mich wirklich fragen, was die Uni-Leitung über den Sommer gemacht hat. Jeder wusste, dass der Herbst eine Herausforderung wird – doch passiert ist nichts! Die Studierenden verdienen Klarheit für ihr Studium, damit sie sich angemessen auf das neue Semester vorbereiten können!“

Fotonachweis: Michael Venier/Abdruck honorarfrei