« Zurück zur Übersicht

Jugendgemeinderäte als große Chance

16.09.2016 Johannes Tilg

Partizpation für Jugendliche – eine große Baustelle!

Politik sollte der Ort sein, an welchem wir uns ausmachen, wie wir miteinander leben. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sich möglichst viele Menschen aktiv beteiligen bzw. beteiligen können.

Aber können sich im derzeitigen System wirklich möglichst viele Menschen beteiligen? Welche Optionen haben wir junge Menschen, uns abseits von politischen Parteien einzubringen, bei denen wir selbst Projekte überantwortet bekommen und Dinge umsetzen können?

Die Politik ist derzeit nicht jener Ort, an dem wir uns ausmachen, wie wir miteinander leben, sondern Politik ist heutzutage jener Schauplatz an dem polarisiert und Panikmacherei betrieben wird. Fakt ist, dass das politische Bewusstsein von uns österreichischen Jugendlichen von der Politik abseits der politischen Parteien nicht ausreichend gefördert wird.

Aus diesem Grund haben viele von uns jungen Menschen das Interesse an Politik und das Vertrauen in ihre Problemlösungskompetenz verloren. Es muss uns wieder bewusst werden, dass  wir durch aktives politisches Engagement etwas bewegen und verändern können, in dem wir ein eigenes Gremium als Stimme der Jugend bekommen.

Es gibt derzeit keine Möglichkeit sich für  jugendrelevante Themen auf Gemeindeebene aktiv einzusetzen, bei der man auch selbst Dinge mit einem eigenem Budget umsetzen kann. Natürlich kann ich bei der Gemeinderatswahl eine Bürgerliste gründen, dort beschäftige ich mich jedoch dann auch mit Grundstücksvergaben und Umwidmungen.

Ich persönlich habe mich immer schon sehr für Politik interessiert. Schließlich geht es um meine Zukunft und wir Junge sind am längsten von den politischen Entscheidungen betroffen. Ich möchte meine Zukunft und die Zukunft meiner Mitbürger_innen mitgestalten und dabei mitreden. Ich möchte, dass sich junge Menschen im Alter ab 16 Jahren mit jugendrelevanten Themen unabhängig, jedoch mit festen Strukturen, auseinandersetzen können. Dies ist in meinen Augen ein wichtiger Grundstein einer Demokratie.

Von Seiten des Landes Tirol wurden in diesem Zusammenhang auch zahlreiche Projekte gestartet. Das finde ich auch super, schließlich geht es um unsere Zukunft. Ich selbst war bei einem solchen Partizipationsprojekt beteiligt, welches im Jahr 2014 unter dem Namen „Mittuan“ ins Leben gerufen wurde. Landesrätin Palfrader suchte den politischen Austausch mit Jugendlichen aus ganz Tirol. Es war eine super Erfahrung sich regional auszutauschen, da wirklich aus allen Bezirken Jugendliche an diesem Projekt teilnahmen.

Es stellte sich jedoch schnell heraus, wir Junge brennen für regionale Themen, denn Ausgehmöglichkeiten, Nightliner, Freizeitgestaltung bis hin zu Spielplätzen standen in den Diskussionen im Vordergrund. Aus genau diesem Grund brauchen wir auf Gemeindeebene eine Möglichkeit sich abseits von politischen Parteien aktiv einbringen zu können. In der eigenen Gemeinde, in welcher man lebt und aufgewachsen ist. In meiner Gemeinde weiß ich, was meine Freunde und Freundinnen  interessiert. Sei es eben ein „Nightliner für die Region“, ein neuer „Freizeitplatz mit Bolzplatz und Skaterpark“ oder ein „Volleyplatz“. Wenn wir Junge gemeinsam solche Dinge in der Gemeinde umsetzen, dann sind diese spürbar und Jugendliche in unseren Gemeinden bemerken, dass sie durch aktives politisches Engagement wieder etwas verändern können.

Jugendgemeinderäte sind in Deutschland bereits bestens etabliert. Im Jahr 2014 gab es in Baden‑Württemberg bereits 80 Jugendgemeinderatsgremien, welche sich mit jugendrelevanten Themen in der eigenen Gemeinde beschäftigen und Projekte von der Gemeinde überantwortet bekommen. Deutschland hat es in einigen Gebieten bereits geschafft der Jugend erfolgreich eine Stimme zu geben.

Von jungen Menschen für junge Menschen.

Dieses System gilt es auch in Österreich zu etablieren, schließlich geht es um unsere Zukunft und um die Zukunft unserer Gemeinde. Lassen wir uns, unsere kleinen Geschwister, Cousins und Cousinen, Kinder von Bekannten von diesem System profitieren!

Auf www.deinGelddeineEntscheidung.at kann man unsere Forderung unterstützen, damit unser Anliegen im Tiroler Landtag genug Gehör bekommt.