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5 Gründe für mehr Mitbestimmung von Jugendlichen

04.09.2016 Florian Kahn

Immer wieder liest man davon, dass junge Menschen desinteressiert an der Politik wären. Dass das nicht stimmt, zeigen mittlerweile mehrere Studien.  Auch eine in Tirol erstellte zeigt, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen (zwischen 12 und 19 Jahren) an politischem Engagement bzw. politischer Mitbestimmung interessiert sind1.

Es ist also höchste Zeit, dass wir der Jugend Verantwortung in die Hand geben – am besten in ihrem direkten Lebensumfeld, in der Gemeinde. Dafür gibt es auch gute Gründe:

Unsere Zukunft

„Die Jugend ist unsere Zukunft!“ Dieser Satz wird regelmäßig, gebetsmühlenartig, von Politiker_innen aller Coleurs verwendet – mit Leben erfüllt und wirklich ernst genommen eher selten. Dabei stimmt dieser Satz zu 100%. Wer soll denn irgendwann in den Gemeinden leben, für sozialen Zusammenhalt sorgen und die wichtigen Entscheidungen treffen? Wenn wir nicht schnell die Hürden für Junge beseitigen, sich politisch zu engagieren, werden wir in naher Zukunft niemanden mehr haben, der Verantwortung übernehmen will und das auch kann.

Wahlbeteiligung erhöhen

Zugegeben, die Wahlbeteiligung bei Gemeinderatswahlen ist, verglichen mit anderen Wahlgängen, noch ganz ordentlich. Dennoch kann die Tatsache nicht zufriedenstellen, dass auch auf Gemeindeebene immer weniger Menschen zur Urne schreiten. Die Entscheidung zur Wahl zu gehen hängt oft damit zusammen, wie sehr man sich eingebunden fühlt – konkret: Wie sehr kann ich wirklich mitbestimmen? Umso mehr Jugendliche Verantwortung bekommen, desto eher gehen sie und ihre Freund_innen auch zur Wahl!

Gemeinschaft stärken

Viele Gemeinden in Tirol klagen darüber, dass junge Menschen die Gemeinde verlassen. Zwar nicht der einzige aber ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sich die Jugend wenig in das Gemeindeleben integriert (fühlt). Wer mitentscheidet muss sich auch mit anderen Bereichen der Gemeinde auseinandersetzen und wird dies auch gerne tun. Gemeinsame Veranstaltungen, Feste oder einfach der Austausch unterschiedlicher Generationen werden zur Normalität. Wer in eine funktionierende Gemeinschaft integriert ist, wird diesen Ort viel eher nicht verlassen.

Bedarfsorientierte Mittelverwendung

In einigen Gesprächen mit unterschiedlichsten Bürgermeister_innen haben wir immer wieder erfahren, dass Projekte, die für Jugendliche umgesetzt wurden, von diesen nicht angenommen werden. Leerstehende Jugendräume und sehr wenig genutzte Freizeitanlagen sind keine Seltenheit. Wenn man Gründe dafür sucht kommt man recht schnell darauf, dass diese Projekte nicht das erfüllen, was Jugendliche brauchen und wollen. Wenn man sie mitbestimmen lässt, wird das nicht passieren!

Weil es an der Zeit ist!

Es mag platt klingen aber seit vielen, vielen Jahren diskutieren wir darüber, wie wir junge Menschen näher an die Politik bringen können. Dass Jugendliche dafür Verantwortung brauchen ist für mich unbestritten. Seien wir endlich mutig – geben wir der Jugend echte Mitbestimmung!

 

Mitbestimmung braucht Verantwortung – heißt Geld. Wir wollen in möglichst vielen Tiroler Gemeinden einen Jugendgemeinderat installieren, der mit einem Budget ausgestattet ist. Das ist gelebte Partizipation, dort wo die Politik am meisten spürbar ist – in der Gemeinde.

Auf www.deinGelddeineEntscheidung.at kann man unsere Forderung unterstützen, damit im Tiroler Landtag genug Druck aufgebaut wird.

 

 

Quellennachweis:

1: Ergebnisbericht zur partizipativen Jugendstudie des Landes Tirol vom 5. Oktober 2012, Seite 84 (4000 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren)