Tiroler JUNOS verärgert über die Kritik an jungen Menschen

25. March 2020

Auf Grund des Artikels „Corona im Studentenwohnheim“ in der heutigen Tiroler Tageszeitung gab es auf Facebook viel Diskussion Kritik am Verhalten von jungen Menschen in Zeiten der Corona-Krise. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen NEOS (JUNOS) in Tirol, Johannes Tilg, weist diese scharf Kritik zurück: „Einige, vor allem auch junge Menschen, haben sich in den letzten Tagen inakzeptabel und ignorant verhalten, sodass in Innsbruck sogar ein Versammlungsverbot am Innufer notwendig war. Im Fall dieser Studentenparty am 7. März darf man aber den Studierenden keinen Vorwurf machen! Zu diesem Zeitpunkt war von einem Veranstaltungsverbot noch gar keine Rede und auch Tirols Schulen und Universitäten waren ganz normal geöffnet. Zur selben Zeit wurde auch noch in den Aprés-Ski Lokalen in Ischgl, trotz positiv getesteter Personen, feucht-fröhlich ohne Einschränkungen gefeiert. Das Beispiel der Party im Studentenwohnheim zeigt, dass man nicht Eigenverantwortung einfordern kann, wenn es keine klaren behördlichen Vorschriften gibt.“

Tilg hält fest, dass jetzt nicht die Zeit der Vorwürfe sei, sondern geschlossen an der Eindämmung dieses Virus gearbeitet werden muss. „Vor allem junge Menschen übernehmen jetzt auch Verantwortung, in dem sich tausende freiwillig zum Zivildienst melden“, so Tilg weiter. Den JUNOS ist es in Anbetracht dessen besonders wichtig, sich konstruktiv an den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu beteiligen und geben sich deshalb auch über die verordneten Maßnahmen in der Baubranche nachdenklich.

Kritik an ungleicher Behandlung von Lehrlingen und Schüler_innen

Tilg gibt dem Obmann der Tiroler Bauinnung, Anton Rieder, recht. „Es kann nicht sein, dass alles mögliche zur Eindämmung des Virus getan wird, Schüler_innen und Studierende von zu Hause aus Lernen, jedoch Lehrlinge in der Baubranche ungeschützt weiterarbeiten müssen“, so Johannes Tilg. Er fordert, dass zum Schutz der Arbeiter_innen, insbesondere der Lehrlinge, alle nicht erforderlichen Baustellen geschlossen werden. „Einige wenige Baubetriebe haben diese Maßnahme zum Schutz ihrer Mitarbeiter und Lehrlinge bereits beschlossen, für alle anderen braucht es auch hier eine klare Regelung“ so der Vorsitzende. 

Laut aktueller Rechtslage seien Bauarbeiten auf Baustellen jedenfalls dann zulässig, wenn es sich dabei um Notfallarbeiten zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur oder um Arbeiten, die unbedingt zur Stilllegung der Baustelle erforderlich sind, handelt. „Ich verstehe nicht wie es sein kann, dass Fließenlegerlehrlinge dann noch im Einsatz sind. Außerdem ist die Vorgabe in der geltenden Verordnung, dass Bauarbeiter_innen jederzeit Mindestabstand von einem Meter einhalten sollen realitätsfremd,“ so Tilg abschließend.